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profi 09/1992


Grünlandnachsaat vor der Wiesenwalze
Bei der Grünlandpflege stand ich immer wieder vor demselben Problem: Durch Frost und Trockenheit war die Grasnarbe auf Teilflächen meiner Weiden stark geschädigt. Zuviel, um es zu ignorieren, zu wenig und zu stark zersplittert, um den Lohnunternehmer zu bemühen. Meistens blieb es dann beim Vorsatz, "später" mit der Hand nachzusäen. Deshalb habe ich eine alte Drillmaschine zur Grünland- Nachsaat umgerüstet. Die Säschare wurden durch einfache Fallrohre ersetzt. Vor jedem Rohr schlitzt ein Spezialschar die Grasnarbe auf. Ein nachfolgender Striegel bedeckt die Saat. Der Clou: Die Maschine wird in der Fronthydraulik angebaut und kann gleichzeitig mit Schleppe und Walze im Heck eingesetzt werden. Wenn ich mein Grünland im Frühjahr walze, senke ich die Drillmaschine nur dort ab, wo die Grasnarbe lückig ist. Die Schlitze werden sofort wieder von der Walze zugedrückt. Mit stabilen Vierkantrohren und Winkeleisen habe ich zunächst ein Schnellkuppel- Dreieck hinter dem Saatkasten angebracht. Mit der Fronthydraulik kann ich die Maschine so in Fahrtrichtung einsetzen. Ein gebogenes, nach vom weisendes Flacheisen verläuft etwa 50 cm oberhalb des Saatkastendeckels und verbindet die Spitze des Schnellkuppel- Dreiecks mit dem ursprünglichen Koppelpunkt des Oberlenkers. Die Schlitzvorrichtung besteht aus 15 vorgefertigten Spezialscharen. Diese haben etwa 800 DM gekostet und waren mit Abstand die teuersten Bauteile. Als Halterung für die Schare habe ich alte Blattfedern verwendet. An einem Winkeleisen sind die Federstahl-Enden angeschraubt. Mit dem serienmäßigen Hebel zur Schardruckverstellung sowie zwei mehrfach gelochten Senkrechtstreben kann ich den Arbeitsdruck und den Tiefgang der Schlitzvorrichtung ändern. Die Säschare habe ich entfernt. Jedem Schlitzelement folgt jetzt ein Särohr, in das die Fallrohre münden. Diese Rohrenden habe ich so an ein waagerechtes U-Eisen geschweißt, daß das Saatgut etwa 5 cm über dem Boden austritt. Höher sollten die Öffnungen nicht über dem Boden sein, sonst ist die Abtrift des Saatgutes bei stärkerem Wind zu groß. Und wesentlich niedriger kann man die Rohre auch nicht anbringen, denn sie können sich im Gegensatz zu den ursprünglichen Säscharen nicht den Bodenunebenheiten anpassen. AJ.n Rahmen des alten Striegels habe ich kleine Eggenfelder angebracht, von denen ich die Zinken abgeschnitten habe. So wird das Saatgut in den Schlitzen zunächst mit feinerer Erde bedeckt, bevor Schleppe und Walze die Grasnarbe einebnen und rückverfestigen. Meine Frontsämaschine ist in erster Linie für die Nachsaat konzipiert. Jedoch habe ich damit auch schon Neuansaaten gemacht. Allerdings zwingt der große Saatreihenabstand von 17 cm dazu, versetzt oder kreuz und quer zufahren. Bertold Stollenwerk 5107 Simmerath
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