Amazone: Pflug jetzt amtlich

Foto: Archiv

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Amazone gestern seine Agritechnica-Neuheiten präsentiert. Im Mittelpunkt stand hier natürlich der erste Anbau-Volldrehpflug von Amazone. Nachdem bereits hier und da blau lackierte Prototypen gesichtet wurden (profi 6/2013), konnten Journalisten aus ganz Europa jetzt den grünen Cayron 200 V in Augenschein nehmen. 2014 wird der Pflug als Vorserie in Westeuropa eingesetzt, die Serieneinführung ist für 2015 geplant.

Den Cayron 200 V bietet Amazone zunächst als fünf- und sechsfurchige Variante für Schlepper bis 240 PS an. 100 cm Körperlängsabstand und 83 cm Rahmenhöhe sprechen für einen großen Durchgang. Die Körperschnittbreite ist von 30 bis 55 cm hydraulisch einstellbar, für die Zukunft ist auch ein stufig verstellbarer Pflug geplant. Der Cayron 200 V ist über doppelschnittige Abscherschrauben abgesichert und verfügt über eine hydraulische Einstellung der Vorderfurchenbreite. Die Neigungseinstellung erfolgt konventionell über zwei Spindeln.

Der Dreipunktturm (Kat. III) ist mit einer durchgehenden, gefederten Unterlenkerachse ausgerüstet, die in Gelenklagern geführt die Belastung auf das Hubwerk des Schleppers reduzieren soll. Herzstück des Drehwerks ist eine Hohlwelle mit 130 mm Durchmesser, die mit zwei gleich großen Kegelrollenlagern ausgestattet ist und durch die alle Hydraulikschläuche zum Schlepper geführt werden. 

Dreipunktturm und Pflugrahmen sind über ein Lenkersystem miteinander verbunden, in das der Kombizylinder für die Einstellung der Vorderfurchenbreite und die Rahmeneinschwenkung beim Drehen des Pfluges integriert ist. Das Rahmenrohr ist 200 mm hoch und 120 mm breit und laut Amazone für eine sehr hohe Verwindungssteifigkeit ausgelegt. Eine Besonderheit ist die Anbringung der Pflugkörper an den Rahmen. Durch ein spezielles Formelement werden die Drehkräfte des Pflugkörpers formschlüssig in den Rahmen übertragen. Alle Verschraubungen gehen dabei horizontal durch das Rahmenrohr und müssen keine wechselnden Drehkräfte aufnehmen. 

Mit der Pflugentwicklung will Amazone an die langjährige Historie der Firmen Rudolph Sack und BBG Leipzig anknüpfen und seine Kompetenz auf den Bereich wendende Bodenbearbeitung ausweiten. Das Amazone-Tochterunternehmen BBG Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Die Ursprünge dieses Unternehmens führen auf die Gründung der Firma Rud. Sack 1863 durch Rudolph Sack zurück, der als Erfinder des eisernen Pflugs gilt.

Weitere Neuheiten von Amazone:

  • Aufsattelgrubber Cenius TX mit vierbalkiger Zinkenanordnung und 6 und 7 m Arbeitsbreite.
  • Aufsattel-Universaldrillmaschine Cirrus der Baureihe 03 mit 3 bis 6 m Arbeitsbreite und neuem Matrix-Reifen.
  • Sä- und Düngewagen VarioTrail 3000 mit integrierter Schnittstelle für die Getreide-Säschiene Citan, das Einzelkornsägerät EDX und das StripTill-Gerät XTill von Vogelsang.
  • Die zweite Generation der Selbstfahrspritze Pantera 4502 und mit 4.800-l-Tank sowie Deutz-Motor, der 218 PS leistet und die Abgasstufe III B erfüllt. Ab 2014 werden optionale Fahrwerke mit hydraulischer  Höhenverstellung bis 1,70 m Bodenfreiheit oder einer Spurweitenverstellung von 2,40 bis 3 m angeboten.
  • Für die Anhängespritze UX 11200 mit Tandemachse wurde ein Traktionsverstärker sowie ein intelligenter, hydraulischer Pumpenantrieb entwickelt.
  • „SwitchPoint“ bietet eine düngersorten- und arbeitsbreiten-abhängige Einstellung der Ein- und Ausschaltpunkte über GPS-Switch am Düngerstreuer ZA-TS, der auf der Sima in Frankreich vorgestellt wurde.

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