Kerbl IPCam 360 FHD 10809

Rundschau im Stall
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In diesem Beitrag geht es nicht um eine Nachrichtensendung, sondern um die neue Überwachungskamera der Firma Kerbl. Diese macht der Zahl 360 in ihrem Namen alle Ehre. Wir haben die Kamera für Sie in der Praxis getestet.

Die Kerbl IPCam 360 FHD 10809 ist mit fast zwei Kilogramm ein echtes Schwergewicht und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Bei der Montage sollten kein Kantholz und keine Wand den Blick einschränken. Und die Kamera sollte möglichst waagerecht sitzen. Die Richtung ist dagegen nicht von Belang, denn die Linse kann um 355 Grad schwenken.

Für den Einsatz benötigen Sie einen Router, der im Internet angemeldet ist. Die Erst­installation wird per LAN-Kabel und mit dem  kostenlosen Programm „EyeCloud“ durchgeführt. Dieses gibt es für Windows auf der Seite kerbl.com, für Apple-Geräte im App­Store oder als Android-Version bei GooglePlay. Die Anmeldung ist im Handbuch gut beschrieben und hat bei uns auf Anhieb funktioniert. Um das volle Potenzial dieser hochauflösenden Kamera zu nutzen, haben wir die Kabelverbindung gleich belassen.

Grundsätzlich übermittelt die IPCam 360 FHD 10809 ihr Bild immer über zwei Wege: direkt ins betriebliche Netzwerk und weiter an einen Server von Kerbl. Sowohl am PC als auch auf dem Smartphone begeisterte die Bildqualität, wenn das Signal aus dem Betriebsnetz kam. Wer es über das Internet abruft, sollte die Qualität heruntersetzen, um eine verzögerungsfreie Übertragung zu bekommen.

In der Windows-Version wird die Kamera über Schaltflächen in einem Fenster gesteuert, das beim Klick ins Bild erscheint. Dieses Fenster und die Schaltflächen sind transparent und haben keinen besonders guten Kontrast. Damit lenkt die kleine Box andererseits nicht vom eigentlichen Bild ab, zudem ist sie verschiebbar. Die Schaltflächen ermöglichen,

- die Kamera 360 Grad in die Runde und 90 Grad vertikal zu schwenken,
- die Rotationsgeschwindigkeit einzustellen,
- optisch und digital zu zoomen,
- bis zu 16 Positionen zu speichern, die angefahren werden sowie
- die Videoqualitätsstufe auszuwählen.

Die Kamera kann horizontal zwischen 103 und 31 Grad sowie vertikal zwischen 74 und 23 Grad zoomen.

Das geht über ein Zoomobjektiv, also optisch. Dabei ist die gute Bildqualität gleichbleibend, und in der höchsten Qualitätsstufe im betrieblichen Netzwerk lässt sich damit auf zehn Meter Entfernung eine Rindermarke ablesen. Das ist hervorragend. Zusätzlich lässt sich das Bild digital fast unendlich vergrößern. In dieser Variante geht aber sehr viel Qualität verloren.

Alle Funktionen sind auch in der App auf dem Tablet oder dem Smartphone verfügbar. Hier gibt es allerdings nur fünf statt 16 speicherbare Positionen. Mit der Funktion „Kreuzfahrt“ schwenkt die Kamera selbstständig, und mit einer Schaltfläche lassen sich die Positionen speichern.

Die IPCam 360 FHD 10809 verfügt über eine Schnappschussfunktion, eine Bewegungserkennung mit automatischem Aufnahme-Start, verschiedene Alarmoptionen, einen Alarm per E-Mail und die Möglichkeit zum Aufzeichnen.

Für die Speicherung ist eine 16-GB-micro-SD-Karte im Gerät installiert, auf der die Daten der Bewegungsmeldung gespeichert werden. Die älteste Aufzeichnung wird automatisch überschrieben. Die Daten der programmierten Aufnahme können zusätzlich auf dem Betriebs-PC gespeichert werden.

Der Betriebsleiter kann auch seinen Mitarbeitern einen Zugang geben. Diese installieren dazu die App EyeCloud und loggen sich mit denselben Daten ein wie der Chef. Doch kann immer nur ein Benutzer die Kamera aktiv steuern. Deshalb bekommt der Abgeber der „Kamerahoheit“ eine Nachricht mit dem Hinweis, wer jetzt gerade den Zugriff auf die Kamera ergattert hat. Er kann das Bild weiter sehen, aber die Kamera nicht mehr steuern.

Gespannt waren wir auf die Zusage, dass die sechs übergroßen Infrarotstrahler seitlich der Kamera bei völliger Dunkelheit bis zu 30 Meter voll ausleuchten können. Dies können wir beim Einsatz im Kuhstall bestätigen, allerdings lässt die Bildqualität dann deutlich nach.

Das bleibt festzuhalten: Die Kerbl IPCam 360 FHD 10809 erlaubt einen Panoramablick im Stall oder auf dem Hof. Sie kostet 299 Euro einschließlich Mehrwertsteuer, ersetzt aber mindestens zwei herkömmliche Kameras. Die Bedienung ist einfach, und dank der Videoübermittlung per Internet ist das Bild weltweit abrufbar. Wichtig ist ein schneller Internetanschluss, um auch unterwegs ein gutes Bild zu haben.


Plus und Minus

+ Hervorragende Bildqualität

+ 360°-Rundumsicht

+ Einfache Montage und Inbetriebnahme

+ Vierfacher optischer Zoom

- Klobig und im Freien diebstahlgefährdet


Datenkompass Kerbl IPCam 2.0 HD*

Gehäuse: Alu-Druckguss

Maße mit Halterung (B x H x T):     230 x 140 x 200 mm

Bildsensor: 1/4-Zoll Progressiver CMOS-Sensor

Bildauflösung: 1920 x 1080 Pixel

Brennweite:    2,8 bis 12 mm Zoomobjektiv

Blickwinkel: 40 bis 120° (diagonal)

Mindestlichtstärke: 1,0 Lux

Nachtsicht: 6 IR LEDs

IP-Adresse: statisch

Netzwerk: Ethernet 10/100 Mbps, RJ-45

Funkstandard: Wi-Fi 802.11b/g/n

maximale Anzahl gleichzeitiger Nutzer: 4

Gewicht: 1800 g

Speicher: MicroSD-Karte, 16 GB

Schutzart: IP66

Betriebstemperatur: - 20 bis + 50°C

Preis: 299 Euro (inkl. MwSt.)

*Herstellerangaben, die Speicherkarte gehört zum Lieferumfang.


Dieser Beitrag stammt aus profi:

04/2019
ELEKTRONIK

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