Welche Zukunft bieten die Traktoren?
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Der Schlepper ist und bleibtdie Leitmaschine auf dem Hof: AlleVersuche, den Traktor als zentraleAntriebsmaschine durch Spezialmaschinenund vielseitig verwendbareSelbstfahrer zu ersetzen,sind bis heute fehlgeschlagenoder haben lediglich in einemNischenmarkt geendet.Wie entwicklungsfähig und anpassungsfähigder Schlepper ist, zeigtam besten die jüngereVergangenheit.Noch vor 10 Jahrendiskutierten wirbeim Schlepperkaufheftigst über Fragenwie Allrad- oder HinterradantriebundTurbo- oder Saugmotoroder das Thema Lastschaltung;die Klimaanlage war Luxusund kam ernsthaft nicht in Frage.Das hat sich entscheidend gewandelt.Heute gehören die Lastschaltunggenauso wie die EHR und ingrößeren Traktoren mit schalldichterKabine auch die Klimaanlage(Gott sei Dank) zum Standard. Undüber elektronisch gesteuerte Getriebeoder elektronisch geregelteMotoren regt sich keiner mehr auf.Im Lastenheft der Konstrukteurefür zukünftige Schleppergenerationenstehen heute höhere Geschwindigkeiten(50 km/h oder gar60 km/h) und in Verbindung damitgefederte Achsen, stufenloseGetriebe und drehzahlunabhängigeZapfwellenantriebe sowie einegemeinsame elektronische Steuerungvon Motor und Getriebe.Brauchen wir das?Die Antwort ist ein klares „Ja undNein“. Stärkerer Kostendruck, wenigerArbeitskräfte und der Zwangzu schlagkräftigen Verfahren machenauch einen teuren Traktorwirtschaftlich, wenn er für den höherenPreis mehrbietet und mehr schafft. Tut er dasnicht, lohnen Aufwand und Kostennicht.Denn auf der anderen Seite stehendie banalen Probleme des Alltags,die zumindest von manchen Konstrukteurenglatt übersehen werden:Was nützt die schönste blinkendeElektronik, wenn ich dieSeitenstreben der Unterlenker nurnoch mit Hammer und Rohrzangelösen kann? Wie soll ich einen 12-Stunden-Tag in der Pkw-leisenKabine auf dem ermüdungsfreienArbeitsplatz aushalten, wenn ichbei Sonne nach 30 Minuten durchgeschwitztbin und mir bei offenenTüren eine Erkältung hole, weildie Lüftung zu schwach ist?Womit soll ich den teuren Kaufpreisfür meinen neuen Schlepperrechtfertigen, wenn das Abwasserder Klimaanlage in die Kabineläuft, wenn der Konstantleistungsmotordie 1000er Normdrehzahlder Kreiselegge nicht halten kannoder wenn ich mich bei Reparaturendumm und dusselig zahle,weil der Ausbau des Motors zweiTage dauert? Hier müssen mancheKonstrukteure zukünftig umdenken:schöne Verkaufsargumenteim Prospekt sind nur die halbeMiete, die Praxistauglichkeit zeigtsich oft erst später und an ganzanderen Stellen! – Doch nunendlich zur Sache:Auf der „Low-cost“-Seite, im unterenLeistungsbereich,sind auch zukünftigeinfache und robusteTraktoren gefragt,die ihre Arbeit tun.Hier entscheidet allein der Endpreis.Schon in der mittleren PSKlasse(die inzwischen erst bei100 PS anfängt) ist die Funktionalitätjedoch ein wichtiger Punkt,der mit zunehmender Größeimmer wichtiger wird: Hier kannein einziges Leistungsmerkmalüber die Brauchbarkeit einesSchleppers entscheiden.Nur darf man dabei eben nichtvergessen, wie wichtig für diePraxis die Grundwerte einesSchleppers auch in dieser Leistungsklassesind. Einige Herstellergehen hier mit gutem Beispielvoran und konstruieren Schlepper,die nicht nur in der Werbung vielePluspunkte aufweisen, sondernauch nach drei Jahren Einsatznoch mit guten Leistungswerten,wenig Verlusten und ohne großeDefekte arbeiten.Von diesen Schleppern brauchenwir mehr!

Dieser Beitrag stammt aus profi:

12/1995
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