Drohnen und Infrarottechnik: Techniken zur Wildtierrettung Plus

Der erste Schnitt steht an. Damit Wildtiere wie Rehkitze dabei nicht zu Schaden kommen, erhalten Sie hier Tipps und einen Überblick über technische Maßnahmen.

Gut zu wissen

- Der tragbare Wildretter auf Infrarotbasis spielt seine Vorteile auf kleinen Flächen aus und ist früher (in der Dämmerung) einsatzfähig.
- Die Profi-Drohne liefert gute Ergebnisse, für einen effizienten Einsatz sind aber drei Personen notwendig.
- Die Einsteiger-Drohne ist mit zwei Personen einsetzbar und liefert für deutlich weniger Anschaffungskosten gute Ergebnisse.

Das Institut für Landtechnik und Tierhaltung (ILT) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) führte ein Forschungsprojekt zum Mähtod bei Wildtieren, insbesondere bei Rehkitzen durch. Dabei wurden drei derzeit verfügbare Techniken zur Wildtier­rettung in der Praxis erprobt und bewertet. Außerdem wurde der „Mäh-Knigge“ mit dem erworbenen Wissen erweitert. Der Mäh-Knigge liefert eine Übersicht über die Methoden zur Wildtierrettung, das korrekte Vorgehen sowie Checklisten. Er steht auf der Homepage der LfL (lfl.bayern.de oder alb-bayern.de) zum Herunterladen bereit.

Zum ersten Schnitt 2019 wurden am LfL drei Techniken zur Wildtierrettung angeschafft:

  • ein infrarotbasierter, tragbarer Wild­retter,
  • eine Profi-Drohne mit Wärmebildtechnik und Software-Paket,
  • eine Einsteiger-Drohne ebenfalls mit
  • Wärmebildtechnik.

Tragbarer Wildretter

Das Aufspüren von Wildtieren mit Hilfe des tragbaren, infrarotbasierten Wildretters (im Tragebetrieb oder auf dem Quad) basiert auf dem Temperaturunterschied zwischen dem Wildtier und der unmittel­baren Umgebung (Boden/Bewuchs) des Tieres.

Für den Einsatz auf einem Quad wurde der tragbare Wild­retter mit Hilfe einer Schraubleiste auf dem Frontgepäck­träger des Quads angebracht. Die optimale Fahrgeschwindigkeit im Einsatz liegt bei 8 bis 9 km/h, schneller als 10 km/h sollte nicht gefahren werden. Beidseitig der zen­tralen Auswerteeinheit befindet sich beim tragbaren Wildretter ein ausziehbares Teleskoptragegestell mit zehn Sensoreinheiten, die mit 50 cm Abstand montiert sind. Der Öffnungswinkel der Optik jeder Sensor­einheit ist mit Blickrichtung nach unten am Tragegestell montiert und beträgt 28°, so dass jeder Sensor eine Fläche von 50 x 5 cm überwacht. Die Breite der überwachten Bodenstreifen variiert mit der Trage- bzw. der Montagehöhe am Quad.

Die Arbeitsbreite von 6 m resultiert aus den fünf sensorüberwachten Metern und der Fahrzeugbreite von etwa 1 m, die der Fahrer des Quads visuell kontrolliert. Die Spannungsversorgung erfolgt über einen Gleichstromakku (12 Volt), die Kapazität reicht für die wenigen nutzbaren Morgenstunden aus. Bis zum nächsten Tag ist der Akku am Ladegerät stets wieder voll.

Die Empfindlichkeitseinstellung der Sensoren wird zentral über zwei Taster geregelt (Skala zwischen 1 und 99, als passend hat sich ein Wert von 30 erwiesen). Erfasst ein Sensor ein warmes Objekt, zeigt die Auswerteeinheit die Nummer des Sensors an, zeitgleich ertönt zusätzlich ein Signalton. Zur Kontrolle muss der Suchende das Gestänge ablegen (wenn er es manuell trägt) bzw. der Fahrer muss anhalten. Beim Quad-Einsatz muss der Fahrer übrigens immerstehen, um den Bestand vor dem Fahrzeug zuverlässig kontrollieren zu können — langfristig ist das relativ anstrengend.

Profi-Drohne mit Softwarepaket

Das für die Profiversion der Drohne verwendete Paket „Pro Version 2.0“ des Lieferanten geo-konzept GmbH umfasste für den Einsatz an der LfL folgende Komponenten:

  • DJI Matrice 200 (Drohne)
  • Zenmuse XT2 (Kamerakombination)
  • DJI Inspire...

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