Fraunhofer-Leitprojekt „Cognitive Agriculture“

Das Fraunhofer-Leitprojekt „Cognitive Agriculture“ will die landwirtschaftliche Produktivität ohne ökologische Folgeschäden steigern.

Foto: Archiv

Im November 2018 startete das neue Leitprojekt „Cognitive Agriculture“ der Fraunhofer-Gesellschaft. Ziel ist es, die richtige Balance zwischen Nachhaltigkeit und Produktivität zu finden, so wie es die Agenda 2030 der UNO für die Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Landwirtschaft weltweit vorsieht.
 
In dem Leuchtturmprojekt forschen acht Fraunhofer-Institute unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern gemeinsam an Lösungen, um landwirtschaftliche Produkte ebenso umwelt- und ressourcenschonend wie hocheffizient zu produzieren. Denn bislang verursacht die Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft auch negative Effekte wie z. B. Bodenverdichtungen oder Nährstoffeinträge durch intensive Düngung.
 
Im Fraunhofer-Leitprojekt „Cognitive Agriculture“ soll nun erforscht werden, wie ein vernetztes Ökosystem für landwirtschaftliche Prozesse aussehen muss, mit dessen Hilfe sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen Aspekte gleichermaßen optimiert werden können. Mithilfe innovativer Automatisierungskonzepte und neuartiger Sensorik wollen die Forscher ein datenbasiertes Ökosystem aufbauen, das zu einem Meilenstein in der digitalisierten Landwirtschaft werden soll. Das Projekt „Cognitive Agriculture“ zielt darauf ab, Daten über komplexe Zusammenhänge in der Feldwirtschaft automatisiert zu erfassen und darauf aufbauend Entscheidungsprozesse im Wertschöpfungsnetzwerk zu unterstützen.
 
Der Fokus liegt dabei auf folgenden Innovationsbereichen:

  • offener Datenaustausch in einem agrarspezifischen, digital vernetzten Ökosystem, das die vielfältige Nutzung und Verknüpfung komplexer Datenmengen der Landwirtschaft in sicheren Datenräumen ermöglicht;
  • automatisierte Interpretation und Entscheidungsunterstützung auf Basis hochaufgelöster Messdaten aus luft- oder bodengestützten Systemen unter Verwendung mehrkanaliger Messinformationen;
  • autonome Feldrobotik für pflanzenspezifische Feldarbeit sowie robotergeführte Sensorplattformen mit spezifischen Sensorsystemen.
Pilotanwendungen auf Testfeldern sollen demonstrieren, dass das Monitoring der Agrosphäre und eine pflanzenspezifische Feldbearbeitung die Produktivität ohne ökologische Folgeschäden steigern kann.
 
Über ein vernetztes Ökosystem aller relevanten Firmen der Landwirtschaft will Fraunhofer eine breite Akzeptanz für „Cognitive Agriculture“ schaffen. Darüber hinaus soll eine Agricultural Dataspace als Plattform eines digitalen Ökosystems konzipiert werden, um Inkompatibilitäten bestehender Lösungen zu überwinden und eine übergreifende Datennutzung durch Landwirte, Behörden, Umweltorganisationen, Genossenschaften, Maschinenhersteller usw. unter Einhaltung hoher Anforderung an Sicherheit und Datenschutz zu ermöglicht.

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