Gülletag in Triesdorf

Die bodennahe Gülleausbringung liegt absolut im Trend. Das zeigten neben den Herstellern auch die wissenschaftlichen Vorträge auf dem Gülletag in Triesdorf.

Foto: Bensing

Bereits zum siebten Mal veranstaltete das Bildungszentrum Triesdorf den Gülletag. Neben den Herausforderungen der neuen Düngeverordnung gab es zahlreiche weitere interessante Fachvorträge.

Reiner Ruser von der Universität Hohenheim gab Einblicke in die wissenschaftlichen Ergebnisse über die Verminderung von Ammoniak und Lachgas bei der Gülleausbringung. Die Minderung von Ammoniakausgasungen sei mit moderner Ausbringtechnik in großen Teilen zu erzielen. Zum Beispiel durch die Injektion von Gülle auf Grünland oder Ackerland. Auch das Ansäuern von Gülle reduziert die Ausgasung von Ammoniak, bringt aber Gefahren in dem Umgang mit der dafür nötigen Schwefelsäure mit sich.

Eine breitflächige Ausbringung der Gülle mit dem Prallteller oder dem Schleppschlauch sowie eine direkte Einarbeitung der organischen Dünger in weniger als zwei Stunden nach der Ausbringung sei dabei ebenso zielführend. Fachlich richtig, aber praktisch nicht immer möglich ist die Verdünnung von Gülle mit Regenwasser, so dass die Gülle schneller in den Boden infiltriert und Ammoniakverluste gesenkt werden.

Ruser berichtet über einen Zielkonflikt bei der Ammoniak-Reduzierung im Zusammenhang mit der Minderung der Lachgasproduktion. Lachgas, das in reiner Form deutlich klimaschädlicher als Methan ist, entsteht meist unter anaeroben Bedingungen. Rusers Untersuchungen ergaben, dass insbesondere bei der Ammoniak reduzierenden Gülleinjektion viel Lachgas freigesetzt wird. Hier ist der Einsatz eines Nitrifikationshemmers besonders zu empfehlen. Einen guten Kompromiss, um sowohl Ammoniak als auch die Lachgasproduktion zu mindern, ist die breitflächige Ausbringung und die kurz darauf folgende Einarbeitung der Gülle. 

Aus Österreich berichtete Alfred Pöllinger von der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein über Stickstoffverluste und Futterverschmutzungen bei der Gülleausbringung im Grünland mit verschiedenen Ausbringtechniken. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit dem Prallteller, dem Niederdruckverteiler oder auch dem Schwenkverteiler (Möscha) sind die Stickstoffverluste und die Futterverschmutzung höher als bei der bodennahen Ausbringtechnik mit Schleppschuhsystemen oder Scheibenschlitzgeräten. Der Schleppschlauchverteiler steht im Ergebnis zwischen diesen Ausbringsystemen. 

Nach den Vorträgen wurden Schleppschuhsysteme sowie Schlitzgeräte diverser Hersteller im Feld vorgeführt. Aufgrund der hohen Niederschläge im Vorfeld, konnten in diesem Jahr keine Vorführungen auf Ackerland durchgeführt werden. Der Leiter des Fachzentrums für Landtechnik in Triesdorf Norbert Bleisteiner zeigte sich sehr zufrieden über den Verlauf der Veranstaltung. Die hohe Besucherzahl zeige das große Interesse für die organische Düngung  bei Landwirten und Lohnunternehmern.

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