Industriereifen auch für den Acker

Die Nokian TIR 2 Industriebreifung erwies sich im Vergleich zur AS-Bereifung in allen gemessenen Parametern als ebenbürtig.

Foto: FH Kiel

Wachsende Transportentfernungen und deutlich gestiegene Transportmengen haben an der Fachhochschule Kiel zu der Überlegung geführt, ob es möglich ist, einen Reifen mit Industrieprofil auch für schwere Ackerarbeiten einzusetzen. Denn trotz  zunehmender Transportfahrten sollen die klassischen Arbeiten auf dem Feld bodenschonend und effizient erledigt werden. Bereits 2012/2013 wurden Versuche durchgeführt, bei denen der Einsatz von Industriebereifung im Vordergrund stand, um das große Einsparpotenzial im Vergleich zur AS-Bereifung beim Transport und bei leichten Feldarbeiten deutlich zu machen. So wurde damals festgestellt, dass das AS-Profil einen bis zu 27 % höheren Verschleiß aufwies.
 
Ausgehend davon wurde im Herbst 2016 eine zweite Versuchsreihe gestartet. Dabei wurden Kraftstoffverbrauch, Schlupf und Bodendruck von Industrie- und AS-Bereifung bei schwerer Zugarbeit verglichen. Für den Versuch wurden zwei identische Fendt-Vario 724 mit einer Leistung von 174 kW sowie ein fünffurchiger Kuhn-Pflug Varimaster 153 und ein 1,6 Tonnen schweres Frontgewicht eingesetzt. Ein Schlepper war mit den IndustrieprofilreifenTRI 2 von Nokian ausgestattet, der andere mit Trelleborg Typ TM900-High Power bereift. Die auf der Vorderachse montierten Reifen hatten die Größe 540/65 R 30, während die Reifen der Hinterachse 650/65 R 42 aufgezogen waren. Auf beiden Achsen wurden die Reifen mit einem Luftdruck von 1,2 bar gefahren.

Bei den Messungen unterschied sich der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der beiden Reifenvarianten nur minimal. Dieser lag bei der AS-Bereifung bei 34,4 Liter pro Stunde, bei der Industriebereifung  bei 34,9 Liter pro Stunde. Bei einer vorgewählten Geschwindigkeit von 9,1 km/h erzielte der AS-Reifen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 7,7 km/h, bei nur 15,7 % Schlupf. Die Werte der Industriebereifung waren minimal schlechter. So wurde mit dieser Bereifung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,6 km/h erreicht, was einem Schlupf von 16,4 % entspricht.
 
Der Bodendruck, in 15 und 25 cm Tiefe mit Bolling-Sonden gemessen, zeugte, dass der TRI 2 geringere Drücke aufweist. Besonders in der Tiefe von 25 cm lagen die Drücke auf einem um 5,6 bis 6,4 Prozent geringeren Niveau.
 
Die Fachhochschule hält abschließend fest, dass der Nokian TRI 2 unter den gegebenen Bedinungen auf jeden Fall mit dem AS Profil auf dem Acker konkurrieren kann. Bei der Herbstbestellung in 2016 war er in allen gemessenen Parameter ebenbürtig. Der Versuch zeige, dass die Empfehlung aus dem Jahr 2012 zwei Satz Räder vorzuhalten, um bei nassen Bedingungen aus das AS-Profil zu wechseln nicht notwendig erscheint. Allerdings konnte die Selbstreinigungsleistung der Industriereifen unter den guten Versuchsbedingungen nicht überprüft und bewertet werden.  
 

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