Unkraut hacken versus Spritzen

Autonome Feldroboter wie diese könnten vielleicht in Zukunft die Unkrautbekämpfung ohne Herbizide erledigen.

Foto: Hochschule Osnabrück

Resistenzen, mögliche Einträge ins Grundwasser in die Umwelt sowie eine kritische öffentliche Meinung fördern die Suche nach Alternativen zur chemischen Unkrautbekämpfung. Das klassische Hacken rückt daher zunehmend wieder ins Blickfeld. Die fortschreitende Entwicklung von Sensorik und Aktorik helfen dabei. So gibt es inzwischen kamerabasierte Lösungen, die auch Unkräuter innerhalb der Reihe erfassen.

Darüber hinaus sind kleine Roboter in der Entwicklung, die zukünftig völlig autonom die Beikrautregulierung z. B. in Zuckerrüben übernehmen sollen. Daran arbeitet z. B. das Startup Acrai. Das Team um Gründer Moritz Mangold kombiniert Bilderkennungsverfahren und die Automatisierung bewährter mechanischer Methoden zur Unkrautentfernung.

Wie die Mitglieder des VDI-Fachbereichs Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik (MEG) über solche Entwicklungen denken, geht aus der aktuellen Mitgliederumfrage hervor, deren Ergebnisse im Rahmen der Tagung Land.Technik 2018 im November der Presse vorgestellt wurden.

Die Mehrheit der befragten MEG-Mitglieder (88 Prozent) ist davon überzeugt, dass mechanische Methoden der Unkrautregulierung zukünftig an Bedeutung gewinnen. Sensoren zur Pflanzenerkennung werden immer genauer. Die Verarbeitung von Daten erfolgt in Echtzeit und die Aktorik wird zunehmend sicherer. Daher glauben knapp 66 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass in spätestens in zehn Jahren eine wirksame und ökonomisch sinnvolle Bekämpfung von Unkräutern ohne Herbizideinsatz möglich sein wird.

Geringer ausgeprägt ist die Hoffnung, dass die mechanische Unkrautbekämpfung innerhalb der Pflanzenreihe dann schon zum Stand der Technik gehört (50 Prozent) und dass Pflanzenschutzspritzen dann bereits mit autonomen Feldrobotern konkurrieren (48,5 Prozent).

Obwohl die Umfrage nur ein Stimmungsbild ist (nur 7,5 Prozent der befragten VDI-MEG-Mitglieder antworteten),  schlussfolgert Dr. Peter Pickel von John Deere in seinem Fazit während der Pressekonferenz, dass die Digitalisierung und die technische Entwicklung Verfahren zur mechanischen Unkrautbekämpfung vorantreiben werden. Die Industrie sei nun gefordert.

 

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