Regeln für das Befüllen einer Pflanzenschutzspritze

So befüllen Sie die Spritze sicher und sauber Plus

Mit sechs Spezialisten hat top agrar diskutiert, was man beim Einfüllen von Pflanzenschutzmitteln unbedingt beachten muss. Der Punkteplan fasst die wichtigsten Eckpunkte für das richtige Vorgehen zusammen.

Gut zu wissen

- Der pH-Wert des Wassers hat kaum einen Einfluss, ein hoher Härtegrad schon.
- Wasser über die Pumpe ansaugen und so die Schleuse nur mit sauberem Wasser betreiben.
- Die richtige Rührwerks­strategie verhindert das ­Aufschäumen.
- Neue Systeme schützen den Anwender zuverlässig vor Mittelkontakt.
- Für eine optimale Mischung ist die Reihenfolge der Mittel wichtig.

Gleichmäßig eingemischt, keine Klümp­­chen, kein Schaum — so las­­sen sich Mischungen optimal ausbringen. Wir haben mit Pflanzenschutzexperten aus Forschung und Beratung sowie von der chemischen Industrie und einem Gerätehersteller diskutiert, wie man Pflanzenschutzmittel am besten in die Spritze bringt. Die Ergebnisse fassen wir für Sie in sechs Punkten zusammen. Die richtige Reihenfolge der Formulierungen beim Mischen zeigt die Aufstellung im Kasten auf der rechten Seite.

1. Härte und pH-Wert: Worauf achten beim Wasser? Temperatur, pH-Wert, Härte — viele Praktiker diskutieren auch die Qualität des Wassers in der Spritze. Meist bewegt sich der pH-Wert um den neutralen Bereich, nur in einigen (moorigen) Regionen gibt es deutlich niedrigere Werte. Doch die ­Experten waren sich einig, dass der pH-Wert nur sehr geringen Einfluss auf die Mittel beim Anmischen und Ausbringen hat. Die Formulierungen der Wirkstoffe sind entsprechend abgesichert und reagieren nicht darauf. Deshalb können Sie auf pH-Stabilisatoren meistens verzichten.

Größeren Einfluss hat der Härtegrad des Wassers. Der Härtegrad beschreibt die Konzentration von Magnesium- und Calcium­ionen im Wasser. Wenn die Formulierung nicht darauf abgestimmt ist, können diese Mittel ab einer bestimmten Wasserhärte ausfallen oder vermindert wirken. Dieser Effekt kann mit niedrigen Wassertemperaturen zunehmen und ist nicht immer mit bloßem Auge zu erkennen. Es könnten unter anderem lösungsmittelhaltige Formulierungen betroffen sein. Im ungünstigsten Fall verstopfen Filter und Düsen und die Brühe lässt sich nur noch schwer ausbringen.

Um sicher zu sein, sollten Sie den Härtegrad Ihres Wassers kennen. Teststreifen oder andere Mess-Sets gibt es in Drogerien oder im Internet. Diese kosten selten mehr als 10 Euro. Wer es genau wissen möchte, kann sein Wasser auch in einem Labor unter­suchen lassen (50 bis 70 Euro).

Falls Formulierungen oder Mittel kritisch auf die Härte reagieren, sollten Sie ab 20 bis 25 Grad deutscher Wasserhärte aufpassen. In diesem Fall sollten sich die Landwirte bei der Beratung oder beim Hersteller der ­Mittel informieren. Wichtig zum Einholen von Infos sind der Produktname und die Formulierung des Mittels.

Falls mit einer Reaktion durch die Wasserhärte zu rechnen ist, gibt es ­unterschiedliche Strategien. Sie können wenn möglich Regenwasser auffangen und beimischen. Anlagen zur Aufbereitung bzw. „Konditionierung“ des Wassers sind mitunter teuer und keine grundlegende Empfehlung.

Auch der Einsatz von Zitronensäure ist prinzipiell möglich. Aber aufgepasst, je nach Mischung kann sie auch negative Effekte haben. Eventuell lässt sich ein kritisches Mittel auch mit weniger Wasser pro Hektar ausbringen. Insgesamt sollten Sie Ihre Maßnahme vorher mit der Beratung abstimmen. Vielleicht reicht auch ein Wechsel des Mittels oder der Formulierung, um die Gefahr durch den hohen Härtegrad zu bannen.

In den Niederlanden gibt es einen Anbieter, der unter dem Namen WaterXTR ein System zur Aufbereitung des Wassers direkt auf der Spritze mit Kohlenstoffdioxid (CO₂) anbietet. Gelöst in Wasser bildet CO₂ Kohlensäure. Unsere Expertenrunde hatte dazu aber keine weiteren Erfahrungen.

Übrigens ist ein erhöhter Eisengehalt im Wasser kaum ein Problem — das Eisen hinterlässt nur einen rostigen Belag auf der Behälterwand, beeinflusst die Wirkung der Mittel aber nicht.

2. Einspülschleuse nur mit klarem Wasser betreiben: Betreiben Sie die Einspülschleuse mit klarem Wasser und nicht mit bereits angemischter Brühe. Dazu lassen Sie die Pumpen das Klarwasser ansaugen — und zwar auch, wenn Sie mit einem Vorratstank für das Wasser arbeiten. Füllen Sie das Wasser dagegen von oben per Galgen direkt in den Behälter, hat die Pumpe keine Möglichkeit, Klarwasser anzusaugen und die Schleuse damit zu versorgen. Natürlich sollen die Kanister und die Einspülschleuse zum Schluss nur mit klarem Wasser gespült werden.

Damit die Konzentration anfangs nicht zu hoch ist,...


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