Idee des Monats: Luft von der Baustelle

Wir präsentieren Ihnen hier eine spannende Idee aus der Praxis: Von der Praxis, für die Praxis.

Für unser 18 m³ großes Güllefass und den Zugtraktor, einen John Deere 7530, haben wir selbst eine Reifendruckregel­anlage gebaut. Das Herz der Anlage ist ein Baustellenkompressor mit eigenem Diesel­motor im Fronthubwerk. Die Leitungen fertigten wir mit Material aus der Wasser­instal­lation an. Die Dreh­überträger stammen aus dem Internet. Am Schlepper regeln wir den Reifendruck manuell. Dazu ist eine Armatur mit einem 3-bar-Druckbegrenzer und analogen Manometer hinter der Kabine montiert.

Bei der Steuerung für das Fass handelt es sich um eine selbst entwickelte, funkbediente SPS (systemprogrammierte Steuerung). Diese betätigt je ein Elektromagnetventil für das Aufpumpen und das Ablassen der Luft. Ein Drucksensor sperrt die Zufuhr über 3,5 bar. Unter 1 bar wird das Ablassventil deaktiviert. Während des Güllefahrens läuft der 20-PS-Motor des Kompressors durchgehend. Sobald der Druck im Vorratsbehälter 8 bar erreicht hat, schaltet der Motor ins Standgas. Den Reifendruck am Traktor stellen wir mit einem Kugelhahn ein. Mit der Fernbedienung starten wir das Aufpumpen am Güllefass. Der Motor des Kompressors schaltet dann sofort auf Vollgas. Es dauert etwa 2,5 Minuten, um in allen sechs Rädern 2 bar Reifendruck für die Straße zu haben. Das Ablassen wird ebenfalls per Funk ausgelöst. Dafür ist eine Zeitsteuerung auf vier Minuten programmiert. Das Ablassen wird gestoppt, wenn der Drucksensor 1 bar meldet. Mit der Betätigung eines weiteren Tasters an der Fernbedienung können wir an schwierigen Stellen auf dem Acker jeweils 20 Sekunden lang weiter Druck ablassen. Unsere Anlage hat ohne den Kompressor etwa 2 000 Euro gekostet. Solche Aggregate kosten 1 000 bis 2 000 Euro. Das Konzept ist von mir. Manuel Verfürth hat als Landmaschinenmechaniker die Steuerung und die Montage umgesetzt.


Andre Kückmann
33397 Rietberg

Werkstatt-Tipp

Strom aus dem Schweißgerät

Ich habe an meinem MIG/MAG-Schweißgerät zwei 230-Volt-Steckdosen nachgerüstet. Denn wenn ich schweiße, gibt es in der Regel auch immer etwas zu schleifen oder zu bohren. Doch ist für die Nachrüstung kein zusätzliches Strom­kabel nötig, denn die Steckdosen werden aus dem Gerät ­heraus versorgt. Gemeinsam mit einer Elektrofachkraft habe ich die 230-Volt-Steckdosen an eine Phase...

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