Handelsstreit Boeing/Airbus

EU erhebt Strafzölle auf US-Traktoren bis 130 kW

Die EU hat Strafzölle auf US-Produkte wie Traktoren bis 177 PS erlassen. top agrar fragte bei John Deere, Fendt und Case IH an, was das für europäische Kunden bedeutet.

Als Reaktion auf illegale Staatshilfen für den Flugzeugbauer Boeing erhebt die EU ab heute Strafzölle auf eine Reihe von US-Produkten wie Flugzeuge, Traktoren, Süßkartoffeln, Erdnüsse, Tabak und Ketchup, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die USA hatten zuvor Strafzölle auf Airbus-Flugzeuge sowie EU-Produkte wie Wein, Käse und Olivenöl festgelegt.

Nach Aussage von EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis sei es nicht gelungen, Fortschritte bei dem Streit zu erzielen. Die WTO hatte der europäischen Seite anschließend erlaubt, als Vergeltung für illegale Staatshilfen der USA auf deren Produkte Strafzölle im Wert von jährlich 4 Mrd. Dollar mit zu erheben. Die USA hatten umgekehrt die Erlaubnis erhalten, Strafzölle in Höhe von 7,5 Mrd. Dollar auf EU-Produkte zu erheben, weil Airbus unerlaubt bevorzugt werde.

Das sagen die Hersteller

Auf Anfrage von top agrar Online bringt Pressesprecher Ralf Lenge von John Deere in Mannheim seine Verwunderung über die überraschende Entscheidung über Nacht zum Ausdruck. Eine sehr positive Nachricht sei dabei aber, dass die Strafzölle nur für Traktoren bis 130 kW gelten. Damit seien die großen John Deere der 7, 8 und 9er Serie nicht betroffen.

Dennoch werden in Europa auch kleinere Modelle aus den USA verkauft. John Deere wird die Preise für den Kunden hier aber nicht erhöhen, sondern will die Mehrbelastung durch die Zölle intern abpuffern. "Wir werden jetzt erst einmal auf Sicht fahren und schauen, was Donald Trump macht oder wie sich sein Nachfolger Joe Biden dazu verhalten wird. Wir hoffen, dass sich das Thema Strafzölle schnell klärt", sagt Lenge. Fraglich sei auch, wie es mit dem Brexit in Großbritannien weitergeht. Auch hier ist das Zollthema noch ungeklärt. Daher sei man bei John Deere gespannt, wie Boris Johnson reagieren wird.

Angefragt haben wir außerdem bei Case IH. CNH Industrial antwortet, dass seine aus den USA importierten Agrarprodukte nach der Entscheidung durch die jüngste Runde der EU-Zölle "nicht wesentlich beeinträchtigt" werden.

Erleichterung auch bei AGCO/Fendt: "Die Produktliste der EU Kommission für Strafzölle im Zusammenhang mit den unzulässigen US Subventionen für Boeing enthält Rad- und Raupentraktoren im Leistungsbereich von Null bis 130 kW/177 PS. Da die Fendt Raupentraktoren, die im AGCO Werk in Jackson/Minnesota gebaut werden, im deutlich höheren Leistungsbereich von 279 kW/ 380 PS bis 495 kW/673 PS angeboten werden, fallen keine Strafzölle an."

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