Agritechnica 2019: Neues aus Hannover Teil 14 und Ende der Messe

450.000 Besucher – mehr als 130.000 aus dem Ausland – Digitalisierung, Automatisierung und Robotik geben Impulse.

Die Agritechnica 2019 schließt mit einem großen Erfolg ihre Tore. „Mit 2.820 Ausstellern, 450.000 Besuchern, davon mehr als 130.000 aus dem Ausland, hat die Agritechnica ihre herausragende Stellung als die Weltleitmesse der Landtechnik eindrucksvoll unterstrichen“, sagte Dr. Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der DLG.

Folgendes vorläufiges Fazit zieht die DLG:

  • 450.000 Besucher (inklusive der Schätzungen für den letzten Tag) unterstreichen die Attraktivität der Agritechnica weltweit.
  • Die Umfrage bei den Besuchern zeigt, dass die Landwirte, Lohnunternehmer und Maschinenringe aus allen Regionen mit geschätzten 320.000 Besuchern aus Deutschland sehr gut vertreten waren.
  • Mehr als 130.000 Besucher kamen aus 152 Ländern, die meisten von ihnen aus den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Italien und Russland, gefolgt von der Schweiz, Frankreich und Großbritannien.
  • 2.820 Unternehmen aus 53 Ländern, darunter die global führenden Hersteller, zeigten ein komplettes Angebot an Traktoren, Maschinen, Geräten, Ersatzteilen und Zubehör. Der Anteil aus dem Ausland ist mit 62 Prozent nochmals gestiegen.
  • Der „International Farmers‘ Day“ hat auf der Agritechnica 2019 eine erfolgreiche Premiere gefeiert.
  • Die Stimmung der Branche war auf der Agritechnica trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen zuversichtlich. Dies schlägt sich auch in einer hohen grundsätzlichen Investitionsbereitschaft nieder.
  • Assistenzsysteme für Landmaschinen sowie das Zusammenspiel mit den vor- und nachgelagerten Bereichen sowie alternative Kraftstoffe und Elektrifizierung im Hybrid-Verbund standen im thematischen Mittelpunkt der Systems & Components.
  • Das DLG-Special „Protecting Yield and Nature“ zeigte den Besuchern Möglichkeiten für groß- und kleinstrukturierte Landwirtschaft in verschiedenen Kontinenten auf, wie diese von innovativer Technik profitieren können.
  • Erstmalig hat die Agritechnica die internationale landtechnische Start-up-Szene im „DLG-AgrifutureLab“ gebündelt und gibt damit Unternehmensgründern die Chance, ihre neuen Geschäftsideen zu präsentieren.
  • Zum Auftakt der Agritechnica kamen mehr als 1.100 Ingenieure, Entwickler und Wissenschaftler zur 77. Internationalen Tagung LAND.TECHNIK-AgEng des VDI Wissensforums.
  • Junglandwirte, Schüler und Studenten aus dem In- und Ausland zogen das Live-Reparieren in der „Werkstatt Live“, die Plattform für Beruf und Karriere „Campus & Career“ sowie die am „Young Farmers Day“ angebotenen Forenveranstaltungen in den Bann.

Und hier unsere letzte Bildergalerie aus Hannover.

Speziell für die Grasuntersaat im Mais hat Zocon einen Striegel so umgebaut, dass er in den Maisreihen Gras sät und einstriegelt. Die Rahmenhöhe beträgt 85 cm, die Striegelzinken können fünffach vorgespannt werden. Die Zinken sind 10 mm dick... (Bildquelle: Bensing)

...Das Gerät gibt es in verschiedenen Arbeitsbreiten von 7 bis 13 Reihen bei einem Reihenabstand von 75 cm. 7.800 Euro ohne Mehrwertsteuer kostet das Gerät für 7 Reihen. (Bildquelle: Bensing)

Vredo stellt für die Agri Twin-Nachsaatmaschinen das Crop-Drill-System (CDS) vor. Weil Strohreste die Maschine beim bestehenden Reihenabstand von 7,5 cm blockieren können, wurde die Maschine kaum zur Saat von Zwischenfrüchten genutzt... (Bildquelle: Bensing)

Mit dem CDS-System wird der Reihenabstand auf 15 cm erhöht, in dem jedes zweite Aggregat hydraulisch ausgehoben wird. Damit wird der Durchgang erhöht, und Verstopfungen bei der Saat von Zwischenfrüchten in die Strohstoppeln sollen vermieden werden. Durch Drehen des Verteilerkopfes wird jeder zweite Saatschlauch verschlossen. (Bildquelle: Bensing)

Speziell für Selbstfahrer und Verschlauchungssysteme stellt Bomech einen neuen Schleppschuhverteiler vor, der nicht seitlich klappt. Die mehrfach geklappte Version erlaubt damit eine Arbeitsbreite von bis zu 21 m. Bei 3 m Außenbreite wiegt das Gestänge 3 t. 84 Kufen sind in einem Abstand von 25 cm angebracht. (Bildquelle: Bensing)

New Holland zeigt den serienreifen T6.180 mit Methan-Antrieb. Um mit dem T6 möglichst lange arbeiten zu können, gibt es neben den Tanks am Traktor einen im Front- oder Heckhubwerk angebauten "RangeExtender". Damit hat der T6 soviel Gas an Bord, wie es dem Äquivalent von rund 150 l ein Diesel entspricht. Ab Sommer 2020 soll der T6.180 Methane Power zu kaufen sein... (Bildquelle: Wilmer)

...Anders als bei dem Prototypen mit dem 4-Zylinder-Lkw-Motor hat der Traktor jetzt einen komplett neu entwickelten Sechszylinder von FPT mit 6,7 l Hubraum. Für den Gasbetrieb (CNG oder Biomethan) wurden z.B. die Kolben und Brennräume angepasst, der Turbolader ist wassergekühlt und ein 3-Wege-Kat sorgt für die Einhaltung der Abgasnorm. (Bildquelle: Wilmer)

Das niederländische Unternehmen Zuidberg integriert nun Sensoren in Frontzapfwellen-Getriebe, um das einwirkende Drehmoment zu erfassen. Die Daten der so genannten Checkbox können dann beispielsweise für die Motor-Getriebe-Steuerung des Schleppers genutzt werden. Eine Anpassung von Fahrgeschwindigkeit oder Motordrehzahl soll dann in Abhängigkeit von der Belastung erfolgen können. Außerdem soll der Fahrer bei einer Überlastung rechtzeitig gewarnt und auf Wartungsintervalle hingewiesen werden. (Bildquelle: Bertling)

Evum-Motors aus München zeigte mit dem aCar ein vollelektrisches Fahrzeug auf 48 Volt-Basis mit 1 t Zuladung, 70 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie kippbarer Pritsche oder Kofferaufbau. Die Reichweite beträgt bis zu 200 km. Alle Räder sind angetrieben. Geladen wird über einen 230 Volt-Anschluss. Auf dem Dach sitzt ein zusätzliches Solar-Panel für die Unterstützung der Batterie. Die Serienfertigung soll im ersten Halbjahr 2020 beginnen. In der Basisausstattung kostet das aCar knapp 32.000 Euro. (Bildquelle: Brüse)

Walterscheid zeigt die ersten Ergebnisse einer Gelenkwellen-Studie mit nur einem Schmiernippel und einem integrierten Verteilungssystem für das Fett. So wird der Schmierstoff zu den notwendigen Punkten geleitet. Gedacht ist das System zunächst für fest integrierte Gelenkwellen. Als nächster Schritt wäre auch ein Anschluss an Zentralschmieranlagen denkbar - dafür wäre dann eine Durchführung am Stummel notwendig, an der Walterscheid schon experimentiert. (Bildquelle: Brüse)

Ritter präsentierte auf der Agritechnica mit der S27 eine neue Seilwinde mit bis zu 7 t Zugleistung. Die maximale Länge des 12 mm dicken Drahtseils beträgt 90 m. Das Gerät bringt ein Gewicht von 565 kg auf die Waage und kann mit der 540er, 750er oder 1000er Zapfwelle betrieben werden. (Bildquelle: Bertling)

Dieser Gehölzhäcksler T-2250 von Serrot zerkleinert Holz und überlädt es direkt auf einen Anhänger. Das 5,8 t schwere Gerät wird per 1.000er Zapfwelle angetrieben und zähmt Schlepper bis 500 PS Leistung. Laut Hersteller können Gehölze mit bis zu 25 cm Durchmesser verarbeitet werden. (Bildquelle: Bensing)

Die österreichische Firma Nalatec bietet ein Kamerasystem zum Lenken von Hackgeräten an, das einfach nachrüstbar ist. Das Nachrüstpaket besteht aus einer Kameraeinheit mit integrierter Beleuchtung, LED-Anzeige und CAN-Bus-Schnittstelle sowie einer Bedieneinheit und einer hydraulischen Seitenstrebe für den Traktor. Über die Seitenstrebe wird das angebaute Hackgerät dann automatisch gelenkt. Außerdem lässt sich die Kamera per Smartphone-App bedienen. (Bildquelle: Böhrnsen)

Hatzenbichler hat ein neues patentiertes Striegelzinken-Federsystem vorgestellt, mit dem der Zinkendruck stufenlos angepasst werden kann. Über Pneumatikzylinder, die über die Druckluftbremse des Schleppers gespeist werden, kann der Zinkendruck von 500 bis 5.000 g und der Zinkenwinkel von 57 bis 102 Grad angepasst werden. Die Durchgangshöhe beträgt 59 cm (Bildquelle: Colsman)

Ziegler stellt den neuen Leichtgrubber Expert mit 4, 5 und 6 m Arbeitsbreite vor. Der Strichabstand beträgt 15 cm, neben den Gänsefußscharen sind weitere Schare lieferbar. Ziegler gibt als Arbeitstiefen zwischen 2 und 15 cm an. Der Expert ist mit Walzen lieferbar, oder auch ohne Walze und dafür mit Stützrädern vorne und hinten, die eine sehr exakte und flache Tiefenführung ermöglichen sollen. Optional ist eine vorarbeitende Räumschiene und ein abschließend arbeitender Striegel lieferbar. (Bildquelle: Brüse)


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