EU-Projekt „ATLAS“ soll Datenaustausch standardisieren

Entwicklung einer zentralen Datenplattform für das digitale Zusammenspiel von Landmaschinen, Sensoren und Agrarsoftware: Das ist Ziel eines EU-Projekts.

Um die Digitalisierung der Landwirtschaft voranzutreiben, wird eine gemeinsame, datengesteuerte Integrationsplattform benötigt, die Datensätze zusammenführt und an die Bedürfnisse des Sektors angepasst.

Zu diesem Zweck wird im Rahmen des EU-Projekts „ATLAS“ (Agricultural Interoperability and Analysis System) eine offene, dezentrale und erweiterbare Datenplattform entwickelt. Die Plattform soll der landwirtschaftlichen Praxis innovative, datengesteuerte Dienste bieten, die auf nachhaltige Weise für eine Steigerung der Effizienz sorgen. Außerdem soll die Datenplattform dem Landwirt ermöglichen, die volle Datenhoheit sowie die Entscheidung darüber zu behalten, mit wem er diese Daten an welcher Stelle teilen möchte.

Das von der EU-Initiative „Horizont 2020“ geförderte Projekt ATLAS vereint 30 Beteiligte aus der Landwirtschaft und Forschungseinrichtungen aus sieben europäischen Ländern. Die DLG ist mit ihrem internationalen Pflanzenbauzentrum in Bernburg beteiligt und stellt einen von fünf europäischen „Innovation Hubs“ zur Verfügung, die als Demonstrations- und Informationsplattform für die hervorgebrachten Ergebnisse dienen.

Innovative Lösungen gesucht

Mit einem offenen Aufruf an interessierte Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe sucht das Konsortium derzeit nach innovativen Ideen und Lösungen für neue Dienste auf der Grundlage der technischen Infrastruktur der ATLAS-Plattform. Vorschläge können bis 15. September 2020 unter atlas-h2020.eu/open-call eingereicht werden.

Innovative Unternehmen erhalten für die Dienste, die sie über die Plattform anbieten, eine Anschubfinanzierung. Die Vorschläge sollten einen klaren Mehrwert für Kunden oder Beteiligte der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette bieten und sich auf die Entwicklung von Diensten konzentrieren, die auf den innerhalb des Projekts realisierten Anwendungsfällen aufbauen und diese erweitern. Teilnehmen können Unternehmen, die in einem EU-Mitgliedstaat oder einem mit H2020 assoziierten Land eingetragen sind.

In den Jahren 2020 und 2021 werden durch das ATLAS-Konsortium nach einem offenen Aufruf und zwei Auswahlrunden fünf bis zehn Unternehmen mit durchschnittlich 52.500 Euro pro Anwendungsfall gefördert. Zudem haben erfolgreiche Teilnehmer die Chance, Teil des Ökosystems von ATLAS zu werden und von dessen umfassendem Netzwerk aus Endnutzern, Dienstleistern, Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern zu profitieren. Die geförderten Unternehmen stellen ihre Lösungen auf einem Demo Day in einem der fünf Kompetenzzentren des Projekts allen Projektbeteiligten und interessierten externen Teilnehmern vor.

Das Projekt "ATLAS"

ATLAS hat eine Laufzeit von 36 Monaten und umfasst 30 Partner aus sieben europäischen Ländern: Deutschland, Schweiz, Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien und Lettland. Das Konsortium verfügt über 13 landwirtschaftliche Testbetriebe unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Erzeugnissen an mehreren geografischen Standorten in Europa. Davon sind fünf reine Versuchsgüter, sechs gewerbliche Betriebe und zwei Betriebe, an denen sowohl Forschung als auch kommerzielle Landwirtschaft stattfinden. Die Pilotstudien werden an fünf Kompetenzzentren in den Testbetrieben in enger Kooperation mit den Endnutzern durchgeführt. ATLAS vereint ein hochrangiges Netzwerk aus Akteuren, die schon lange vor der Entstehung des Begriffs „Smart Farming“ in den Bereichen Automation, IoT und Robotik aktiv waren. Die Koordination des Projekts übernimmt das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS). Weitere Infos unter atlas-h2020.eu.

Florian Schiller, Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum, steht als Ansprechpartner zur Verfügung (E-Mail).

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