Das Maisstroh nutzen

Die Erntereste vom Mais erregen auch in den USA zunehmend das Interesse der Praxis. Ähnlich wie in Europa werden sie einerseits als Biomasse zur Erzeugung von regenerativen Energien genutzt, andererseits auch als Einstreu und Rohfaserlieferant in Futterrationen. Ebenso wie hierzulande ist die möglichst effiziente und schmutzfreie Ernte eine Herausforderung, vor allem wenn es in erster Linie um die Maisstängel geht. Jim Straeter von der New Holland-Vertretung in Rochester, Indiana, hat die Wünsche seiner Kunden nach einem Erntesystem im Schwad aufgenommen und umzusetzen versucht. Voraussetzung war, dass die Technik am Mähdrescher oder am Erntevorsatz montiert und angetrieben sein muss. Die Ernteeinheit für die Maisstängel ist unter dem Vorsatz integriert und wird vom Mähdrescher aus angetrieben. Es werden ausschließlich die Stängel unter dem Pflücker gesammelt, zerkleinert und im Schwad mittig unter dem Vorsatz abgelegt. Während der Testphase, die schon mit ersten Versuchen im Jahr 2009 begann, war die Sammeleinheit an einem New Holland Pflücker 99 C montiert, der wiederum an Mähdreschern der CR-Serie mit extra starkem Vorsatzantrieb angebaut war. Das System hat zwei Hauptkomponenten: Trägerarme mit daran montierten Klingen unter den Pflückwalzen und zwei eingehauste Förderelemente, die das Erntegut zur Mitte fördern. Die Klingen haben einen Höhenabstand von 150 mm, um verstopfungsfrei arbeiten und fördern zu können. Der entstehende Luftzug trennt leichte Lieschenblätter und Ähnliches vom Rest der Stängel. Ein weiteres Förderelement sorgt dafür, dass die Lieschenblätter dem Einzug des Dreschers zugeführt werden. So nehmen sie den konventionellen Weg durch die Maschine und landen schließlich von oben auf dem Stängelschwad, das bereits unter dem Vorsatz abgelegt wird. Anschließend kann das Schwad mit Rund- oder Quaderballenpressen aufgenommen und verarbeitet werden. Die örtlichen Verhältnisse ließen immer ein Pressen mit einer Restfeuchtigkeit von rund 20 % zu, was für das Material nach Aussagen von Jim Straeter völlig in Ordnung ist. Rund 4,9 t/ha haben er und seine Farmer mit dem System bisher durchschnittlich geerntet. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 6 km/h und einem achtreihigen Pflücker liegt der Mehrverbrauch an Diesel pro Hektar bei knapp 11,5 l. Einfluss auf die mögliche Erntegeschwindigkeit hat die zusätzliche Einheit in der Regel nicht. Das System ist inzwischen erfolgreich patentiert. Das Sammelband (kleines Bild) und die im oberen Bereich angeordneten Werkzeuge (im Gehäuse) zerkleinern Maisstängel und legen sie im Schwad unter dem Mähdrescher ab.