Idee des Monats

Kleine Schare - große Wirkung Plus

Kreiselegge, Häufelfräse, Pflanzmaschine — damit pflanzt Jens Graalfs Kartoffeln auf schwerer Seemarsch. Aufgrund des günstigen Klimas haben die Kartoffeln einen sehr hohen Gesundheitsstatus. Jens Graalfs (rechts) und sein Mitarbeiter Carsten Held: „Durch weniger Kluten und flacheres Roden sparen wir im Herbst viel Zeit und Geld.“ INur wenige Kilometer von der Nordsee entfernt bauen wir Kartoffeln zur Pflanzgutvermehrung an. Der sehr tonige Marschboden neigt besonders in Jahren ohne Frost zu extremer Klutenbildung. Dadurch hatten wir nach dem Roden oft sehr viel Erde auf dem Anhänger. Ein riesiger Fortschritt war dann die Kombination aus Kreiselegge im Frontanbau und Häufelfräse mit angehängter Pflanzmaschine im Heck. Dabei zieht ein großes Scheibensech an der Pflanzmaschine einen tiefen Schlitz, in dem später die Fräse ihre Führung hat. Mit dieser Kombination konnten wir die Kartoffeln in einen Damm aus überwiegend feiner Erde legen. Doch das Klutenproblem war noch nicht gänzlich beseitigt. Denn die Fräse bearbeitet nicht den Boden im Kern des Damms. Doch die harten Kluten sammelten sich genau dort an und waren beim nachfolgenden Fräsen nicht mehr zu packen. Eine Lösung wäre, die Dammfräse zur Vollfeldfräse umzubauen. Dies ist aber arbeitsaufwändig und verbraucht unnötig Diesel. Also griffen wir selbst zu Flex und Schweißgerät. Wir bauten vier V-förmige Räumschare, die den Boden aus der Dammmitte immer wieder zur Seite vor die Fräshaken befördern. Diese Schare haben wir mit stabilen Flanschplatten vor den Querrahmen der Häufelfräse geschraubt. Die Schare sind etwas tiefer eingestellt als die mittleren Fräshaken und bilden den Ablagehorizont für die Kartoffeln. Das Klutenproblem hatten wir nun gelöst. Nicht zufrieden waren wir nach dem Tuning der Häufelfräse jedoch mit der Tiefenablage Denn unsere Pflanzmaschine verfügt an allen vier Pflanzaggregaten jeweils über eine eigene, im Parallelogramm aufgehängte Tiefenführung. Bei kleinen Unebenheiten glichen die Parallelogramme diese aus und legten die Kartoffeln in beseiunterschiedlichen Tiefen ab. Beim anschließenden Fräsen wurde ein Damm über die Reihe gezogen, der diese kleinen Unterschiede in der Tiefenablage nicht berücksichtigte. Durch den vorgefrästen Damm ist ein Ausgleichen nicht mehr nötig, weil immer genug Erde vorhanden ist. Das Arretieren der Parallelogramme war relativ einfach und sichert jetzt eine gleichmäßige Tiefenführung. Unsere Verbesserungen waren eigentlich nur gering. Doch haben wir jetzt kaum noch Kluten im Damm und können flacher roden. Allein ein Zentimeter bewirkt, dass wir bei unseren 70 Hektar Kartoffeln 7 000 Kubikmeter weniger Boden durchwühlen zu brauchen. Und das ist besonders bei uns in der Marsch schon eine Nummer. Vier solche Schare an der Häufelfräse laufen genau mittig im Damm und drücken die Kluten von dort seitlich vor die Werkzeuge. Im gleichmäßigen Horizont der Kreiselegge arbeiten die vier nachgerüsteten Seitenschare die Kluten hin zu den Fräswerkzeugen. Blick von vorne auf die ausgehobene Pflanzmaschine: Mit den unlackierten Lochblechen sind die einzelnen Pflanzaggregate festgesetzt. Jens Graalfs 26434 Wangerland

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