FieldBee Lenksystem: Preiswert, präzise, manchmal zickig

Seit letztem Herbst bietet eFarmer für sein Lenksystem einen Zweifrequenz-Empfänger für sicheren Satellitenempfang an. Eine andere Verbindung machte im Test Probleme.

Lenksystem

Der Lenkradmotor des FieldBee Lenksystems lässt sich einfach am Originallenkrad montieren. (Bildquelle: Tovornik, Bensing (1), Böhrnsen (2))

Gut zu wissen

- Ist der RTK-Empfang okay, lenkt das FieldBee-Lenksystem mit dem L2-Empfänger sehr genau.
- Den Überbrückungsmodus für RTK-Ausfall hat eFarmer nach eigenen Angaben nun verbessert.
- Die App-Nutzung kostet 119 Euro ohne MwSt. im Jahr.
- Bearbeitete Spuren lassen sich dokumentieren. Bei unserem Test funktionierte das Speichern nicht.

Die Firma eFarmer mit einer Entwicklungsabteilung in der Ukraine und einem weiteren Sitz in den Niederlanden für den Vertrieb und das Marketing ist erst sechs Jahre jung. Die Entwicklung kostengünstiger Precision-Farming-Systeme haben sich die Firmengründer Michael Utkin und Alexey Bogatyrev auf die Fahnen geschrieben.

Automatisches Lenken: Lenkmotor und Co

Das automatische Lenksystem FieldBee zum Nachrüsten besteht aus vier Hardware-Komponenten:
  • dem Lenkradmotor MDU-G4 mit Gleichstrommotor und Zahnradgetriebe,

  • einem Jobrechner mit Gyros­kop, der Kippen, Nicken und Gieren erkennt,

  • einem L2-GNSS-Empfänger, der auf zwei Frequenzen die Satellitensignale von GPS, Glonass, Galileo und BeiDou empfangen und mit RTK korrigieren kann sowie

  • einem WiFi-Router mit GSM-Modem für die kabellose Kommunikation und für den mobilen Korrekturdatenempfang.

Den gleichen Lenkradmotor und den gleichen Jobrechner verwenden auch andere Anbieter von Lenksystemen wie Ag Leader, Müller-Elektronik, Reichhardt und Teejet. Bei eFarmer kostet das Nachrüstset „Lenkradmotor plus Jobrechner“ knapp 5 000 Euro. Der L2-Empfänger für das FieldBee-Lenksystem hingegen ist eine Eigenentwicklung von eFarmer. Sein Preis (inklusive WiFi-Router) liegt bei 1 300 Euro (alle Preise ohne MwSt.). Alternativ bietet eFarmer für nur 700 Euro einen Ein­frequenz(L1)-Empfänger an. Solche Empfänger sind jedoch erfahrungsgemäß anfälliger für Signalabschattungen z. B. durch Bäume und Waldränder.

Tablet mit FieldBee-App

Nun fehlt noch ein Monitor für die Bedienung. Dieser ist im Lieferumfang nicht enthalten. Anstelle eines eigenen Terminals hat eFarmer die FieldBee-App für Android-Geräte entwickelt. Somit kann jedes Tablet mit Android ab Version 8.0 als Bordcomputer für das Lenksystem fungieren. Das Gerät sollte ein 7 Zoll großes Display und 3 GB RAM-Speicherkapazität haben.
Die App lädt man sich bei Google Play herunter. Einige Funktionen darin, wie die Spurführung parallel zu einer geraden A-B-Leitlinie und das Feldtagebuch, sind kostenlos. Wollen Sie jedoch wie wir die App zum automatischen Lenken mit einem externen Empfänger nutzen, so müssen Sie jährlich eine Lizenzgebühr von knapp 120 Euro zahlen. Bei Freischaltung dieser Lizenz bietet die FieldBee-App zusätzliche Spurmodi, und die angezeigten Sollspuren sind nummeriert, was für das Fahren von Beeten sehr hilfreich ist.

Leichte Installation

Die Installation des Systems ist an sich nicht schwer. eFarmer liefert einen zum Traktor passenden Montagesatz mit. Allerdings passte das Blech für die Montage des Lenk-Jobrechners bei unserem Case IH Maxxum 130 nicht exakt an die dafür vorgesehene Stelle. Der Maxxum hat eigentlich die gleiche Kabine wie der Puma von Case IH. Daher lieferte eFarmer das Montage-Kit für den Puma.
Wichtig ist, dass der Jobrechner absolut waagerecht (oder auch senkrecht) und im rechten Winkel zur Schlepperachse bzw. parallel zur Fahrtrichtung ausgerichtet und mit einem wenig schwingenden Kabinenteil fest verschraubt wird. Das Teil irgendwo am Kabinenboden hinzulegen oder provisorisch mit Kabelbindern an einem Rahmenteil zu befestigen ist nicht möglich.
eFarmer hat für den Einbau des Jobrechners in die Kabine des Case IH Maxxum 130 bzw. des Pumas die Konsole am Kabinenrahmen hinten links vorgesehen. Dort muss die Abdeckung abgenommen und das Blech eingesetzt werden, auf dem man dann den Jobrechner festschraubt. Zur Kontrolle, ob der Rechner exakt waagerecht ist, verwendeten wir eine Handy-App. Der Schlepper muss dafür auf einer ebenen Fläche stehen.

Lenkmotor, Empfänger...

Nachdem der Controller für das Lenksystem installiert war, montierten wir den Lenkradmotor. Das Originallenkrad muss dafür nicht demontiert werden — gut so. Nachdem der Zahnkranz für den Antrieb um das Lenkrad gelegt, zentriert und mit einer ring­förmigen Halterung fixiert ist, lässt sich der Elektro­motor mit einem Spannschloss am Zahnkranz anbringen. Eine Halterung an der Lenk­säule verhindert, dass der Motor beim Drehen des Lenkrads mitdreht. Via Kabel erhält der Lenkmotor Strom und die Lenkbefehle vom Jobrechner. Gut: Beim Anschluss der Stecker an den Jobrechner gibt es keine Verwechselungsgefahr.
Den GNSS-Empfänger mit Magneten setzten wir auf eine Metallplatte am Schlepperdach. Strom erhielt dieser ebenfalls über...

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