Arbos Gruppe, Italien: Neuer Wettbewerber aus Italien? Plus

Chinesische Hersteller werfen ein Auge auf die EU-Schlepperverkäufe und wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Steven Vale hat ein Werk der Arbos-Gruppe besucht.

Gut zu wissen

- Die chinesische Foton/Lovol Gruppe hat viel Kapital und Know-how in die Marke Arbos investiert.
- Die Schlepper werden in China und Italien gefertigt.
- Bisweilen gibt es nur wenige ­deutsche Händler, die Produkte von Arbos verkaufen.
- Neben Anbaugeräten will Arbos zukünftig auch Mähdrescher anbieten.

Nach seinem Debüt auf der Agritechnica 2015 hat der „neue“ Schlepperhersteller Arbos eine erstaunliche Entwicklung an den Tag gelegt. Dabei ist der ursprünglich italie­nische Hersteller nicht neu. Bereits 1923 hat Firmengründer Pietro Bubba den ersten Schlepper UTB 3 auf den Markt gebracht. 1954 wurden keine Schlepper mehr gebaut, aber unter dem Namen Arbos-Bubba Mähdrescher.

1964 kaufte White aus den USA das Unternehmen Arbos und produzierte sowie entwickelte weiter Mähdrescher. 1971 wurde z. B. mit dem Panther 7 Hills der erste hangtaugliche Drescher vorgestellt. Nach weiteren Übernahmen wurde die Produktion 1994 endgültig beendet. Nachdem die chine­sische Foton Lovol Gruppe Mitte 2014 die Rechte an der italienischen Marke Arbos gekauft hatte, wurde in den kommenden Jahren ein kleines Vermögen in das Projekt investiert, darunter 53 Mio Euro für die Entwicklung einer kompletten Schlepper- und Geräte­serie.

Große Investitionen

Weitere 78 Mio. Euro flossen in den Kauf der ehemaligen MaterMacc-Anlage in San Vito al Tagliamento im Januar 2015, gefolgt vom Goldoni-Schlepperwerk in Carpi bei Modena im Dezember 2015. Mit einer Produktionsfläche von 285 000 m² an beiden Standorten wurden weitere Mittel für die Modernisierung beider Fabriken bereitgestellt. Die Übernahme des Goldoni-Werks war ein entscheidender Schritt. Damit hatte Arbos eine europäische Basis für die Montage ­seiner Schlepper.

Der Umzug erfolgte im Herbst 2016, kurz nachdem das Ingenieurzentrum in Bologna geschlossen und das Team in ein neues Gebäude in Carpi umgezogen war. Heute werden in Carpi Schlepper für Sonder­kulturen und Modelle mit gleich großen Rädern der Marken Goldoni und Arbos montiert sowie die Serie 5000 (110 bis 136 PS), die erste Serienproduktion von Arbos. Nach ihrem Auftritt auf allen großen internationalen Messen seit der Agritechnica 2015 gab es im Mai 2019 die erste Vorführung der drei Modelle auf der spanischen Demagro-Messe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die chinesische Muttergesellschaft 157 Mio. Euro investiert!

Weitere neue Schlepper sind in der Planung, aber ebenso wichtig sind die Konsolidierung des Portfolios und die Erweiterung des Vertriebsnetzes. Derzeit gibt es 280 Händler der Arbos-Gruppe in 64 Ländern. Alle vertrieben ursprünglich Schlepper von Goldoni oder Landmaschinen von MaterMacc. Ziel von Arbos ist es, Schritt für Schritt weitere, von diesen Marken unabhängige Händler zu gewinnen.

Wenig deutsche Händler

Arbos rechnet mit 75 engagierten Händlern in Europa, vor allem in Italien (alle mit ­Goldoni- oder MaterMacc-Hintergrund), Frankreich und Spanien. Außerdem gibt es ­Vertriebspartner in Osteuropa und den Balkanländern. Kurzfristig soll die Zahl der europäischen Händler auf 100 steigen. In Deutschland ist die Marke bisher selten vertreten. Eine der großen Firmen ist Fudex (Kasten: „Wir spezialisieren uns auf die Kat. I“). In Italien sind einige Arbos-Schlepperhändler auf der Suche nach einem ergänzenden Schlepperangebot, das sie neben einem Premiumfabrikat anbieten können. Ähnlich ist die Situation in...

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