Kugelflex-Befestigungssystem von Raul Fahrzeugtechnik: Fester Halt am richtigen Platz

Handys, Tablets und Bedienterminals sind fester Bestandteil der Schlepperkabine. Hier eine Möglichkeit, die Geräte flexibel und leicht demontierbar in die Kabine einzubauen.

Gut zu wissen

- Die Halterungen werden größtenteils an vorhandene Schraubverbindungen angebracht.
- Alternativ gibt es Rohrklemmen, Saugnäpfe oder Bügelschellen.
- Über die Kugelköpfe lassen sich die Halterungen sehr flexibel einstellen.

Trotz ISO-Bus ist es selten der Fall, dass nur das schleppereigene Terminal für den Betrieb der Arbeitsgeräte genutzt wird. Entweder unterstützen die Geräte den ISO-Bus-Standard nicht oder man nutzt zur besseren Übersicht ein eigenes Universal Terminal (UT). Zudem werden Schlagkarteien oder Flottenmanagementsysteme immer häufiger online über ein Handy oder Tablet gepflegt und angewendet. Egal ob Tablets, Handys oder Terminals, alles sollte einen sicheren Platz in der Kabine haben und schnell demontiert werden können.

Die Raul Fahrzeugtechnik GmbH bietet mit dem Kugelflex-System eine Möglichkeit, in der Kabine Ordnung zu schaffen und Bedienpanels sicher zu befestigen. Wir haben das System auf unterschiedliche Schlepper aufgebaut und waren von der Flexibilität und der simplen Montage positiv überrascht.

Bevor wir aber zum Einbau kommen, erläutern wir einige Details: Alle Bauteile fertigt Raul aus Aluminium-Vollmaterial in Deutschland. Es werden hauptsächlich M8- und M6-Inbusschrauben verwendet, weshalb der Werkzeugbedarf zum Anbringen der Halterungen übersichtlich ist. Neben den Halterungen und den Schienen, die sich auf fast jeden Schlepper über Klemmen oder bestehende Anschraubpunkte anbringen lassen, bietet Raul zudem speziell angepasste Halterungen für Traktoren, wie beispielsweise Fendt an. Zukünftig möchte das Unternehmen das Sortiment erweitern und für jedes gängige Bediengerät oder Terminal eine passende Adapterplatte liefern.



ANBRINGEN DER ALUMINIUMSCHIENEN

Schienen klemmen

Das Kugelflex-System bietet unterschiedliche Möglichkeiten die in unserem Fall 30 und 50 cm langen Halteschienen in der Kabine anzubringen. Die Aluschienen können z. B. an die Handläufe der linken Tür geklemmt werden. Auf dem Foto handelt es sich um ein 25-mm-Rundrohr, das im Claas Axion als Handlauf dient. Die Klemmen lassen sich an Rohre mit 14 bis 30 mm Durchmesser anbringen.


Anschrauben an vorhandene Gewinde

Die Montage am B-Holm des Schleppers zeigen wir in diesem Beispiel. Da beim Testschlepper 10-mm-Gewindebohrungen vorgesehen waren, mussten wir selbst Hand anlegen. Im Detail bedeutet dies: Lochabstand messen, Bohrungen auf der Schiene anzeichnen, bohren und senken. Zum Senken nimmt man entweder einen 45°-Kegelsenker oder einen entsprechend größeren Bohrer. Wichtig ist, dass die Schraubenköpfe bündig mit der Schienenoberfläche abschließen, damit der Lauf der Schiene voll genutzt werden kann. Außerdem sollten die Bohrungen so platziert sein, dass die Schraubenköpfe nicht in die Nuten ragen und diese blockieren.

Freitragende schiene

Je nach Bedarf kann dieses 50 cm lange Quadratprofil in bereits montierte Schienen eingehängt werden. Ein kleiner Alu-Keil verstärkt den Winkel, wodurch das Profil freitragend z. B. zur Kabinenmitte oder entlang der Seitenscheibe ausgerichtet werden kann. Um starke Vibrationen zu vermeiden, müssen die Halteschienen gut angezogen sein.

Die Halteschiene am Quadratprofil kann an einer beliebigen Seite montiert werden. Dazu sind in der Nut kleine, federgespannte „Schlitten“ eingelegt, in dessen Gewindebohrungen die Schiene mit 8-mm-Senkkopfschrauben befestigt wird.


HALTERUNG AM TERMINAL ANBRINGEN

Unterschiedliche Lochbilder

Für unterschiedliche Terminals schickte uns Raul vorgefertigte Halteplatten. Diese sind mit verschiedenen Lochbildern ausgestattet und sollten für sämtliche Terminals ­passen. Bei unserem Einsatz fehlte es uns an einer Platte mit 75 x 75 mm Lochbild mit denen z. B. das ISO-Bus-Terminal Track-Guide III von Müller oder das 4600 Command Center von John Deere ausgerüstet sind. Auf der Internetseite des Herstellers fanden wir allerdings auch diese Platten. Vor Bestellung sollte man deshalb einen Blick auf die Rückseite der Terminals werfen und ggf. die Lochbilder angeben.

Selbst Hand anlegen mussten wir beim Tellus Pro von Kverneland und fürs CCI 200: Zwar stimmte das 60 x 60 mm Lochbild beider Terminals mit einer der Plattenvarianten überein, doch passte diese nicht von den äußeren Abmaßen in die vorgesehene Vertiefung der hinteren Abdeckung. Wir schliffen deshalb rund 1 mm umlaufend ab. Alternativ können auch kleine Unterlegscheiben zwischen Platte und Terminal gelegt werden.

Stahlplatte für Magnete

Manche Bedienpanels werden per Magnet in der Schlepperkabine befestigt. Da man in neueren Schleppern häufig vergeblich nach glatten Stahloberflächen sucht, hat Raul diese 10 mm dicke Stahlplatte im Programm. Mit den Ausmaßen von 10 x 10 cm finden die gängigen, üblicherweise eher kleineren Bedienpanels genug Platz und Halt.

Handy- und Tablet-Halterungen

Die insgesamt vier unterschiedlichen Handy­halterungen, sowie eine Tablethalterung sind aus 2 mm dickem Edelstahlblech gelasert. Die Haltenasen sind Gummi umhüllt und die Auflageflächen mit Moosgummi beklebt. Die Geräte werden eingelegt und durch einen Bügel fixiert. Dieser wird dann über eine Rändelschraube festgeklemmt, weshalb das Entnehmen des Handys etwas umständlich ist. Bei der Tablethalterung kann das Gerät hingegen im Querformat zur Seite herausrutschen. Hier könnte z. B. eine zweite Position zum Einschieben des Bügels an der kurzen Seite helfen.


VERBINDEN DER HALTEELEMENTE

Einstecken und anziehen

In die angebrachten Alu-Profilschienen können die Halteelemente mit Kugelkopf eingesteckt werden. Besonders ist die Kontur der Nuten: Sie sind so geformt, dass die Halterungen an jeder Stelle eingesteckt werden können. Nach dem Festziehen der Flügelschraube verklemmen sich die Nasen der Halterung in den Nuten. Ein seitliches Einschieben am Schienen­ende wird umgangen, was die Montage der Terminals erleichtert.

Variable Verstellung

Die Verbindung zwischen den Kugelköpfen schaffen diese Klemmverbinder mit 50 bis 100 mm Länge von Kugelmitte bis Kugelmitte. Die zweiteiligen Verbinder sind an den Enden rund ausgenommen und werden mittig über eine 8-mm-Inbusschraube oder – noch besser – mit einem Schnellklemmhebel auf die Kugelköpfe gespannt.


WEITERE BEFESTIGUNGSMÖGLICHKEITEN

Kugelhalterungen

Einige Kugelhalterungen können auch direkt in der Kabine angeschraubt werden. Entweder wie oben mit einer Befestigungsplatte oder direkt durch Kugel samt Schaft mit einer M5-, M6- oder M8-Inbusschraube. Dafür sind die unten abgebildeten Kugeln geeignet.


Klemmverbindung mit Bügelschraube

Alternativ bietet Raul Halterungen mit Bügelschrauben für Rohre bis 50 mm im Durchmesser an. Diese können z. B. an einem Umsturz­bügel angebracht werden.


Hersteller


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