Schuitemaker Kombiladewagen Rapide 6600: Bodenständig

Als wahren Kombiwagen haben wir im vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr einen Rapide 6600 ausgiebig unter die Lupe genommen.

Gut zu wissen

- Der Kombiladewagen Rapide ist ein bewährter, robuster Wagen mit gezogener Pickup.
- Details, wie die unten klappbare Stirnwand und die neue Ladeklappe überzeugen.
- Der Wagen verlangt eine hohe Antriebsleistung für hohen Durchsatz. Er ist rapide schnell leer.

Der Rapide des niederländischen Herstellers Schuitemaker, der seit nunmehr zwei Jahren mit Veenhuis in einer Kooperation die SV-Group bildet, ist seit Jahren einer der wenigen Lade­wagen mit gezogener Pickup. Diese ist bei den neuen Modellen der 1000er Serie mittlerweile sogar 1,92 m von Zinken bis Zinken breit (2,00 m nach DIN) und übergibt das Futter an den Rotor.

Der Wagen wird per K80-Kupplung angehängt. Leer lasten bereits 2,7 t des 12 t schweren Wagens auf der K80-Kugel. Die Deichsel des Rapide ist unverändert kurz und schmal, der Gelenkwellenverlauf ist super gerade — schön. Neben der Gelenkwelle und den üblichen Loadsensing-Schläuchen muss nur noch die elektrische Verbindung geschaffen werden.

Optional bietet Schuitemaker neben dem eigenen Terminal eine ISO-Bus-­Variante an. Serienmäßig versorgen die Holländer das Terminal über zwei dreipolige Steckdosen mit Strom (ab jetzt über eine ISO-Bus-Dose), damit der Saft nicht knapp wird und die bis zu sieben LED-Arbeitsscheinwerfer sicher versorgt werden.

Schuitemarker: Sammel-Leidenschaft

Der gesteuerten Pickup attestieren wir nach wie vor sehr gute Nachlauf- und Sammel­eigenschaften. Für den Fahrer bleibt es aber gewöhnungsbedürftig, keinen Blick auf den Schlund des Ladewagens werfen zu können. Nach kurzer Übung reicht aber das ausgelaserte Viereck im Rahmen des Wagens vollkommen aus: Hier lässt sich ein Blick auf die abgesenkte Pickup erhaschen, und man erkennt die Drehbewegung der Pickup.

Dann heißt es, nur noch fahren! Die Zinken nehmen das Futter sauber auf. Mit der hydraulisch angetriebenen Glattwalze wird das Futter förmlich aufgesaugt.

Die Bodenanpassung ist bauartbedingt sehr gut, und auch die Zugänglichkeit von hinten ist prima. Nicht mehr zeitgemäß ist dagegen die Höhenverstellung per Spindel. Gleiches gilt für die Überlastsicherung des Antriebs per Scherbolzen. Allerdings ist der Bolzen während des gesamten Tests auch nicht einmal abgeschert.

Angesprochen hat aber die Nockenschaltkupplung der Gelenkwelle, die Schuite­maker jetzt auf 2 400 Nm abgesichert hat. Newtonmeter sind das eine, das Ansprechverhalten das andere. So ist der Gutfluss mit seinen Lastspitzen entscheidend, ab wann die Überlastkupplung greift.

175 PS sind Untergrenze

Der Wagen verlangt ordentlich Kraft, um das Futter durch die Messer zu drücken. Das liegt sicher auch am Gutfluss, der einmal umgekehrt wird, damit das Gras vom Rotor stirnseitig nach oben gefördert wird. Wir haben den Wagen mit einem John Deere 6175R eingesetzt—...


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