Kartoffellager von Chlorpropham befreien

Viele Betriebe stehen in den Startlöchern für die diesjährige Kartoffelernte. Kärcher gibt nochmal einen Hinweis auf die Reinigung der Lager vor der Ernte.

Das Kartoffel-Keimhemmungsmittel Chlorpropham (CIPC) ist europaweit nicht mehr zugelassen, die Aufbrauchfrist endet zum 8. Oktober 2020. Für die aktuelle Ernte wird von der PVC (Potato Value Chain) empfohlen, das Mittel nicht mehr zu verwenden und vor Einlagerung die Kartoffellager gründlich zu reinigen. Zu berücksichtigen sind dabei alle kritischen Bereiche von den Ober- und Unterflurkanälen über die Lagerausrüstung bis hin zu den Maschinen. Die Firma Kärcher gibt Empfehlungen zur Reinigung.

Trocken- und Nassreinigung kombinieren

Um die neuen Rückstandshöchstgehalte nicht zu überschreiten, müssen das Lager und alle relevanten Bereiche von Spuren befreit werden. Die Trockenreinigung steht dabei an erster Stelle. Ein geeigneter Staubsauger mit Verlängerungsschlauch stellt dabei sicher, dass Staub und die darin enthaltenen CIPC-Partikel nicht aufgewirbelt, sondern von Wänden und anderen Oberflächen aufgenommen werden. Kärcher empfiehlt Modelle mit einer automatischen Filterabreinigung.
Anmerkung der Redaktion: Auch profi rät zu solchen Modellen (siehe „Saugen und Kehren — solo oder kombiniert?“).

Im Anschluss an die Trockenreinigung sollte eine Nassreinigung erfolgen – beispielsweise mit einem Heißwasserhochdruckreiniger (> 70°C). Für Böden bringen Flächenreiniger mit Absaugung in Kombination mit Hochdruckreinigern gute Ergebnisse, und das kontaminierte Wasser wird gleich eingesaugt. Achten Sie dabei auf eine korrekte Entsorgung des Wassers. Stark kontaminierte oder schwer zugängliche Bereiche wie Druckkammer, Ventilatoren oder Verdampfer können nach Aussagen von Kärcher mit Wasserdampf aus dem Heißwasserhochdruckreiniger oder aus einem Dampfreiniger von Rückständen befreit werden.

Reinigung: Schrittweises Vorgehen, klare Dokumentation

Generell gilt, dass die Arbeiten von Oben nach Unten zu erledigen sind. Wichtig ist, bei der Einrichtung keine wichtigen Bestandteile zu übersehen, wie beispielsweise Förderbänder, Kistenfüllgeräte, Lüfter oder Luftwege. Auch Transportfahrzeuge müssen mit Heißwasser aus dem Hochdruckreiniger von möglichen Rückständen befreit werden. Zudem müssen Anwender bei allen Reinigungsmaßnahmen eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen.

Neben den passenden Reinigungstechniken spielen vor allem das systematische Vorgehen sowie die nachvollziehbare Dokumentation der Reinigungsmaßnahmen eine wichtige Rolle. Diese sollte schriftlich und in Bildern erfolgen, mit Ort, Zeitpunkt und Art der Reinigung. Unter Umständen muss die Reinigung in zeitlichen Intervallen wiederholt werden.

Anmerkung der Redaktion: Weiterführende Informationen zur Reinigungsrichtlinie finden Sie beispielsweise bei der Versuchsstation Dethlingen.

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