Fendt 942 Vario: Quanten-Sprung Plus

Beim 900er Fendt ist der Generationswechsel gelungen: neuer Motor, anderes Getriebe, mehr Leistung — nur das Bedien­konzept ist geblieben. Das Topmodell im Test.

Gut zu wissen

- Wie der 1000er Fendt hat jetzt auch der 900er einen MAN-Motor und das neue Stufenlos-Getriebe ohne Fahrbereichswechsel.
- Leistung und Verbrauch liegen trotz Abgasstufe V unter den Top 3 dieser Liga (mit Abgasstufe IV).
- Viele Details wie z. B. die voll integrierte Rüfa oder das doppeltwirkende Heckhubwerk hat Fendt nach wie vor als Alleinstellungsmerkmal.

Die Überschrift „Kleiner Bruder“ beim Fahrbericht (profi 8/2019) war der Tatsache geschuldet, dass der neue 900er Vario nicht nur beim Design, sondern auch bei der Technik viel mit dem 1000er Vario gemein hat. So setzt Fendt jetzt auch beim 900er auf einen MAN-Sechszylinder, allerdings mit 9 statt 12,4 l Hubraum. Und anders als beim 1000er Vario sitzt der Kühlerlüfter beim 900er ­saugend hinter den Kühlern. Das bedeutet weniger Bauaufwand; außerdem ist der 900er im Gegensatz zu seinem großen Bru­der mit Frontzapfwelle zu haben.

Das MAN-Aggregat hat Vierventiltechnik, eine CommonRail-Einspritzung mit 2 500 bar sowie eine variable Turbolader-Geometrie mit gekapseltem Gestänge. Dank Partikelfilter (DPF) sowie Dieseloxidationskataly­sator (DOC) und SCR-Katalysator, aber ohne Abgasrückführung, erfüllt der Motor die Abgasstufe V. Zudem arbeitet er mit dem bekannten Niedrigdrehzahlkonzept. Das heißt, im Bereich von 1 500 bis 1 700 U/min liegt immer die volle Leistung an.

Natürlich haben wir beim DLG-Testzentrum in Groß-Umstadt nachmessen lassen, wie viel von den angegebenen 305 kW/415 PS (Nennleistung nach ECE-R 120) hinten ankommen. Und tatsächlich: Schon bei nur 1 500 Touren liegen am ZW-Stummel fast 270 kW an. Das steigert sich „nur“ noch auf knapp 277 kW/377 PS bei der Nenndrehzahl von 1 700 Touren. Dementsprechend fällt auch der Drehmomentanstieg mit nicht mal 17 % sehr bescheiden aus.

Fendt Vario 942: Keine Überleistung, kein Boost

Diese Charakteristik ohne Überleistung und Boost kennen wir bereits vom 1000er Vario, der ebenfalls konsequent auf das stufenlose Getriebe abgestimmt ist: Der Motor kann z. B. bei 1 500 Touren konstant arbeiten, während das Getriebe die Schwankungen im Leistungsbedarf durch Geschwindigkeits­änderungen ausgleicht. Und über 1 800 Nm Drehmoment bis hinunter auf 1 200 Touren sorgen für die nötige „Stand­festigkeit“ auch bei schweren Zapfwellenarbeiten.

Die niedrigen Drehzahlen resultieren in Rekorden beim Verbrauch: Nur 211 g/kWh (+23,7 g/kWh AdBlue) bei maximaler Zapfwellenleistung sind Spitze in dieser Liga! Entsprechend gespannt waren wir auf die Ergebnisse der praxisnahen Powermix-Messungen auf dem DLG-Rollenprüfstand: Mit einem Gesamtverbrauch von nur 237 g/kWh (+ 32 g/kWh AdBlue) spielt der 942 Vario auch hier ganz vorne mit.

Damit ist er etwa 15 % sparsamer als das Mittel aller bisher getesteten Traktoren und muss sich nur dem 1050 Vario (233 g/kWh) geschlagen geben. Auch der John Deere 8400R spielt mit einem Verbrauch von 238 g/kWh und nur 9 g/kWh AdBlue in dieser Liga mit, erfüllt aber nur die Abgasstufe IV. Außerdem hatte der John Deere ein Schaltgetriebe, das bei den (schweren) Zug- und Zapfwellenarbeiten für einen Vorsprung sorgt, den der 942 Vario mit deutlichen besseren Werten bei den „gemischten Arbeiten“ sogar fast wieder ausgleichen kann.

Spätestens wenn man aber die Transportarbeiten berücksichtigt, zeigt sich der Fendt 942 Vario von seiner besten Seite: Sensa­tionell niedrige 383 g/kWh bei 40 km/h sind super (auch wenn immerhin 45 g/kWh AdBlue hinzukommen). Hier waren es beim 8400R z. B. 428 g/kWh (+ 14 g/kWh AdBlue).

Zieht mehr als der Vorgänger

Womit wir zur Zugleistung des Testtraktors kommen, der mit dem gleichen...

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