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Zehn Jahre Gülletag Triesdorf

Das Fachzentrum für Energie und Landtechnik Triesdorf hat zum zehnten Mal den Gülletag mit Vorträgen und Technik-Vorführungen organisiert.

Im Mai 2022 fand der 10. Gülletag in Triesdorf statt, wo aktuelle Gülletechnik vorgestellt wurde.  (Bildquelle: Bensing)

Das Fachzentrum für Energie und Landtechnik Triesdorf hat zum zehnten Mal den Gülletag organisiert. Neben Vorträgen zum Thema organische Düngung fand auch wieder eine Maschinenvorführung mit verschiedensten Herstellern statt. Dabei stand neben großer selbstfahrender Technik, auch kleine Technik für die eigene Mechanisierung auf dem Vorführacker.
Aufgrund der aktuell sehr hohen Einkaufspreise für Mineraldünger ist die Effizienz bei der organischen Düngung ein zentraler Baustein für einen rentablen Futter- bzw. Ackerbau.

Eindrücke vom Gülletag Triesdorf

Gülletag Triesdorf: Güllezusätze

Susanne Höcherl von der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) präsentierte erste Versuchsergebnisse zum Thema Gülleadditive. Das Absenken des pH-Werts ist nachweislich eine wirksame Methode, um die Ammoniak-Emissionen zu reduzieren. Das SyreN-Verfahren sei hierfür eine anerkannte Methode.
Die Absenkung des pH-Werts durch Bakterien sei eine weitere Möglichkeit. Allerdings seien in diesen Versuchen nur mit der Zufuhr von großen Mengen Melasse (50 kg/m³) eine deutliche Ammoniakemissionsminderung (-50 %) erzielt worden. Weitere Zusätze wie Gesteinsmehle und Kohlen erzielen in den wenigsten Fällen eine sichtbare Ammoniakreduktion bei Rindergülle nach der Ausbringung, so Höcherl. 
Dr. Fabian Lichti (ebenfalls von der LfL) zeigte den mehr als 300 Zuhörern in einem lebendigen Vortrag, wie viel Gülle aktuell monetär wert ist. So stieg der Wert pro m³ in Abhängigkeit des Reinnährstoffpreises von 6,70 Euro für Rindergülle (2021) auf über 11 Euro (2022) bei einem Vergleichspreis für KAS von 55 €/dt. Steigt der KAS-Preis auf über 90 Euro transportiere man mit dem Güllefass pro Kubikmeter 18 Euro Warenwert. Sofort pflanzenverfügbar sind in der Regel 50 % der Güllenährstoffe, sodass ein Wert von 9 Euro pro Kubikmeter Rindergülle anzurechnen ist.
Umso wichtiger ist die maximale Effizienz beim Einsatz von organischem Dünger, ohne große N-Verluste bei der Ausbringung zu erzeugen. Die direkte Einarbeitung von Gülle in den Boden hat dabei die geringsten Emmissionen zur Folge, mit dem Nachteil einer erhöhten Lachgasbildung und einer relativ teuren Ausbringung pro Hektar und Kubikmeter.
Der Einsatz von Schleppschuhtechnik ist dabei ein guter Kompromiss. Noch besser sei die Schlitztechnik selbst bei der Frühjahrsdüngung im Getreide, um die maximale Düngewirkung der organischen Dünger erzielen zu können.

Landtechnik im Praxiseinsatz

Die dafür passende Technik war Bestandteil der Vorführungen im Feld. Viele Hersteller zeigten ihre kleine und große Technik für die Ausbringung. Die bei der Ausbringung entstehenden Ammoniakgase hat man in Triesdorf mit einem Messgerät exemplarisch gemessen und die Werte unter den verschiedenen Ausbringmethoden verglichen. Hier zeigte sich bereits, dass die Schlitztechnik geringere Verluste erzielt, als der Schleppschuh.
Aber hier sei noch der Hinweis auf das weniger gute Güllewetter gegeben: Bei mehr als 30 °C und strahlendem Sonnenschein ist die Gülleausbringung nicht zu empfehlen.

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