Lohnunternehmen Trimborn, Eurasburg: Eiskalte Nebensaison

Klaus Trimborn ist Lohnunternehmer und Spezialist für Mäharbeiten rund um Eurasburg in Oberbayern. Im Winter kommt aber eine eiskalte Nebenbeschäftigung dazu.

Pistenraupen in der Antarktis

Im Sommer mit dem BiG M in Bayern, im Winter mit der Pistenraupe in der Antarktis: Lohnunternehmer Klaus Trimborn hat zwei Einsatzschwerpunkte. (Bildquelle: Trimborn)

Gut zu wissen

- Klaus Trimborn betreibt ein Ein-Mann-Lohnunternehmen mit Schwerpunkt auf Grünlandarbeiten in Oberbayern.
- Neben zwei BiG M Selbstfahrmähern setzt er auch einen Schwadmäher ein.
- Im Winter ist er als Techniker bei Forschungsmissionen in der ­Antarktis dabei.
- Mit Pistenraupen werden dabei teils Missionen über mehrere ­tausend Kilometer zurückgelegt.
Temperaturen bis - 40 °C, Eis soweit das Auge reicht und weit und breit kein Grashalm zu sehen. Während Klaus Trimborn im Sommer zwei Krone BiG M in der Grasernte einsetzt, kann er damit hier nichts ausrichten. Denn seit 2005 ist er im Winter regelmäßig für mehrere Monate in der Antarktis unterwegs.

Für die Forschung frieren

Im Auftrag des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) begleitet er Forschungsmissionen als Techniker für die eingesetzten Pistenraupen. Die Maschinen transportieren in Konvois mit bis zu acht Raupen und jeweils zwei bis drei angehängten Lehmann-Schlitten Material zu den Forschungsstationen.
„Eine Reportage im Fernsehen hat mich neugierig gemacht“, berichtet Klaus Trimborn. „Ich habe mich schließlich beim AWI beworben und war zwei Jahre später mit an Bord.“ Es folgten einige Monate Vorbereitung für die eiskalten Einsätze in Bremerhaven: Survival-­Training, Umwelt-Seminare und die logis­tische Vorbereitung für die Verschiffung des Materials standen auf dem Programm.
„Mein Lohnunternehmen in Bayern und Brandenburg lief zu dieser Zeit komplett weiter, inklusive Winterdienst. Das war eine echte Gratwanderung“, gesteht er heute ein. Die weiteren Aufenthalte beschränkten sich aber auf zweieinhalb bis dreieinhalb Monate pro Jahr. Mittlerweile war Trimborn bereits 13 Mal für mehrere Monate in der Antarktis unterwegs.
Startpunkt einer Antarktis-Mission ist München mit nächstem Stopp in Kapstadt. Eine russische Fluggesellschaft fliegt von dort direkt eine russische Forschungsstation auf dem antarktischen Festland mit einer Landebahn aus purem Eis an. Mit alten DC-3-Maschinen geht es noch einmal knapp drei Stunden westlich in das antarktische Eis zur deutschen Neumayer Station III.

Reisen mit der Raupe

Zu den Arbeiten für die Techniker an der Station gehört zum einen das Entladen der Flugzeuge und Versorgungsschiffe, die an einem 30 km entfernten Eis-Pier anlegen können. Zum anderen muss die Technik für die Forschungseinsätze vorbereitet werden. „Wir bauen dann beispielsweise aus den Flug­zeugen die kompletten Sitze aus und dafür Mess­equipment ein“, erklärt Klaus Trimborn. Hauptaufgabe ist aber der Aufbau temporärer Forschungsstationen ­während des antarktischen Sommers.
Ein Beispiel: Im Winter 2013/14 lief die bisher längste Expedition für Klaus Trimborn. Von der Neumayer-Station arbeitete er sich in einem Konvoi aus vier Pistenraupen mit je drei angehängten Schlitten rund 3 800 km in Richtung Südpol vor. „Dort sollte für drei Wochen ein Eisdicken-Messprogramm geflogen werden“, erzählt er. Für diesen Zeitraum musste auf rund 4 000 m Höhe auf 89° Süd ein Flugfeld mit Wohncontainern sowie Landebahn und Spritversorgung für die Flugzeuge errichtet werden.
„Die Tankkapazität der Flugzeuge reicht nur, um von der Neumayer III zur provisorischen Station zu kommen“, erklärt Trimborn. „Für die Messflüge muss also vor Ort getankt werden.“ Rund 2,5 Monate war der Konvoi dafür knapp 1 000 km vom Südpol entfernt im Einsatz. An der Außenstelle beträgt die Eisdicke deutlich über 3 000 m! „In den dort gezogenen Bohrungen aus 3 200 m Tiefe ist...

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