Krone-Feldhäcksler BiG X 630 OptiMaize: A little big

Mit maximal 653 PS führt der BiG X 630 die kleinere Baureihe der Krone-Feldhäcksler an. Die Maschine ist üppig ausgestattet, und ihre Leistung kann sich sehen lassen.

Gut zu wissen

- Mit hohem Durchsatz und guter Häckselqualität kann der BiG X 630 überzeugen.
- 3 m Transportbreite und nur gut 12 m Wendekreis machen die maximal 653 PS sehr wendig.
- Beim Umbau von Gras auf Mais setzt Krone in einigen Bereichen Maßstäbe.

Kräftig aufgemischt hat Krone seinerzeit den Häckslermarkt mit Leistungen über 1 000 PS. Die kleinere Baureihe haben die Speller 2013 vorgestellt (BiG X 480 und 580) und 2015 erweitert (BiG X 530 und 630). 2020 bekamen diese vier Häcksler ein gründliches Facelift. Den aktuellen BiG X 630 haben wir in Mais und Gras getestet.

Von der größeren Serie unterscheidet den BiG X 630 und seine drei kleineren Kollegen vor allem die geringere Einzugs- und Trommelbreite von 630 mm. Mit diesem Häcksel­organ und entsprechender Bereifung sind schmale 3 m Außenbreite möglich.

Auch beim Motor gibt es Unterschiede bei den Baureihen: Während die großen BiG X aktuell mit Liebherr-Motoren unterwegs sind, sorgt im BiG X 630 ein quer eingebauter MTU-Reihensechszylinder für die Kraftentfaltung. Bis zu 480 kW/653 PS holt das Aggregat mit einstufiger Turboaufladung aus 15,6 l Hub­raum, als Häcksel­dauer­leistung gibt Krone 452 kW/615 PS an.

Krone: OptiMaize-Ausstattung

Alle Ausstattungsoptionen der größeren Häcksler gibt es auch beim BiG X 630. Unser Testkandidat kam mit dem Komplettpaket zum Test, was ihm ein breites Einsatzspektrum in Mais und den Namenszusatz „OptiMaize“ beschert:

  • MaxFlow-Trommel mit 36 Messern und Gegenschneide (7 630 Euro Aufpreis)
  • OptiMaxx-Korncracker mit 250-mm-Walzen und 30 % Drehzahl­differenz (17 545 Euro)
  • VariLOC-Trommel-Schaltgetriebe, Schnittlänge 3 bis 24 mm (11 280 Euro)
  • Allradantrieb (23 485 Euro)
  • CropControl zur Ertragserfassung und NIR-Sensor zur Feuchtebestimmung
  • EasyLoad-Automatik zum Überladen auf Transportfahrzeuge (10 575 Euro)
  • LED-Lichtpaket (6 070 Euro)
  • Zehnreihiges Maisgebiss XCollect 750-3 inklusive Komfortschutz (159 655 Euro)
  • 3-m-Pickup EasyFlow 300 S (27 925 Euro)

Eco- und X-Power

Im BiG X 630 zeigte sich der MTU 6R 1500 von seiner robusten Seite. Die Durchzugskraft in Gras und Mais ist beachtlich. Bis hinunter auf 1 300 U/min konnten wir die sechs Zylinder im Extremfall drücken. Schön: Für den Fall der Fälle lässt sich eine untere Drehzahl abspeichern, ab der Vorsatz und Einzug abschalten. Am effizientesten arbeitet man um 1 700 Touren.

Der Motor erfüllt mit SCR, DOC und DPF die Abgasstufe V. 115 l AdBlue sind dafür an Bord. Der Dieselvorrat umfasst mit Zusatz­tank (230 l) satte 1 450 l. Leider schaltete unsere Zapfpistole bereits bei 90 % Tank­füllung ab, so dass man für eine komplette Ladung von Hand nachtanken muss.

Das Motor-Management im BiG X 630 ermöglicht eine Anpassung an sämtliche Erntebedingungen. Mit Eco-Power (400 bis 520 PS) sowie X-Power (615 PS) gibt es zwei Modi. Im Eco-Modus kann man die Motorleistung in 30-PS-Stufen von Eco -- bis Eco ++ zusätzlich festlegen. Oder man wählt die Powersplit-Automatik, bei der die Motorkennlinie je nach Leistungsbedarf stufenlos angepasst wird. Von Eco-Power kann man bei der Arbeit zu X-Power wechseln — nicht aber zurück, um den Häcksler nicht zuzufahren. Schön auch die automa­tische Drehzahlabsenkung beim Anheben des Erntevorsatzes sowie bei Stillstand des Häckslers

Standfest im Gras...

Im Gras mit normalem Aufwuchs konnten wir mit 460 PS im Eco-Modus 27 % Diesel sparen – bei 24 % weniger Durchsatz. Bei über 20 t/ha Gras (!) waren wir am effizientesten in Eco ++ (520 PS) unterwegs, was im Vergleich zu X-Power immer noch 18 % weniger Sprit bedeutete. Der erste Schnitt war bei uns aufgrund des nassen Wetters spät und die Erntemassen Anfang Juni recht hoch. Daher haben wir mit halbem Messersatz 12 mm und kürzer gehäckselt.

Trotz der üppigen Aufwüchse waren Netto-Durchsätze ohne Nebenzeiten von 164 t/h Frisch- bzw. knapp 70 t/h Trockenmasse bei 42 % Trockensubstanz (TS) drin. Bei größeren Schnittlängen lässt sich der Durchsatz des BiG X 630 noch steigern. Jedoch geht der Trend in unserer Testregion Nordniedersachsen zu immer kürzeren Schnittlängen bei der Grassilage. Krone empfiehlt dann auch im Gras den vollen Messersatz.

...und auch in Mais

Zehnreihig und mit vollen 36 Messern ging es in den Mais. Von 5 bis 14 mm Schnittlänge musste sich der BiG X 630 hier mit einem Cracker-Spaltmaß von 2 mm bewähren. Dank VariLoc haben wir mit reduzierter Trommeldrehzahl auch 22 mm lang gehäckselt. 60 t/ha Frischmasse bei 32 bis 34 % TS brachte unser Mais (Tabelle „Durchsatz und Dieselverbrauch“).

Bei 5 mm schaffte der BiG X 630 bereits satte 191 t/h auf den Wagen (Nettodurchsatz ohne Nebenzeiten). Bei 8 mm knackte der Häcksler die 200 t-Grenze, und zwei weitere Erhöhungen der Schnittlänge um 3 mm brachten je rund 5 t/h mehr Durchsatz. Mit 22 mm war bei gut 212 t/h das Ende der Fahnenstange erreicht.

Bezieht man den Durchsatz auf die angegebene Häckseldauerleistung von 615 PS, kommt der BiG X 630 auf 0,1 bis 0,12 t Trockenmasse pro Stunde und PS. Das sind gute Werte, die man in dieser Häckslerklasse so erwarten kann. Der Dieselverbrauch markiert keine neuen Rekorde, geht mit 0,52 bis 0,58 l/t Frisch- bzw. 1,5 bis 1,84 l/t Trockenmasse aber ebenfalls in Ordnung.

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