SmaXtec SX.2 zur Kuhüberwachung: Bolus sagt, wie es der Kuh geht

Trinkt und wiederkäut die Kuh regelmäßig? Sind ihre Körpertemperatur und ihre Bewegungsaktivität normal? Diese Fragen beantwortet der Pansenbolus von SmaXtec.

Gut zu wissen

- Der SmaXtec-Bolus hat die Form und das Gewicht eines Calcium-Bolus.
- Der Bolus ist mit Sensoren, einem Funkchip und einem Mikroprozessor ausgestattet.
- Er misst die innere Körpertemperatur und alle Bewegungen im Netzmagen der Kuh.
- Anhand der Bewegungsmuster weiß die Elektronik, ob sich die Kuh bewegt oder wiederkäut.
- Die Messwerte kündigen Erkrankungen, die Brunst und das Abkalben an.

Die österreichische Firma SmaXtec hat jetzt zur EuroTier ihren neuen Pansenbolus SX.2 vorgestellt. Dieser kann zusätzlich zur inneren Körpertemperatur und zur Bewegungsaktivität auch die Wiederkäudauer der Kuh ermitteln. TruRumi nennt SmaXtec diese neue Kuh-Versteh-Funktionalität.

Außerdem ist der Bolus mit einem neuen Funkchip ausgestattet, der nicht nur Daten senden, sondern auch empfangen kann. Somit ist SmaXtec in der Lage, jederzeit ein Software-Update auf den Bolus aufzuspielen, selbst wenn er schon im Netzmagen der Kuh liegt.

So könnte SmaXtec beispielsweise das Zeit­intervall anpassen, in welchem der Mikroprozessor des Bolus die Messwerte analysiert, filtert und zu Datenpaketen für den Versand komprimiert. Aktuell generieren die Boli alle zehn Minuten Datenpakete, die neben der Temperatur Werte für die Bewegungsaktivität, den Brunstindex und die Wiederkäudauer enthalten.

Tierüberwachung: Bewegungsmuster verstehen

Ein Drei-Achsen-Beschleunigungssensor im Bolus merkt jede Bewegungsänderung der Kuh und ihres Netzmagens. Wie der Bolus darin liegt, ist egal. Hat die Kuh den Bolus geschluckt, kennt er seine Lage. Nach der Eingabe braucht der Bolus acht Tage, um seine Kuh kennenzulernen: Wie bewegt sie sich? In welchem Rhythmus frisst und trinkt sie? Wie hoch ist ihre Körpertemperatur? Dabei erfasst der Sensor die Bewegungsänderungen mit einer Frequenz von 50 Hz. Die Software im Mikro­controller des Bolus errechnet daraus Bewegungsmuster.

Den Beginn des Wiederkäuens erkennt sie beispielsweise an den typischen drei auf­einanderfolgenden Kontraktionen des Netzmagens. SmaXtec ermittelt die Dauer der Kontraktion und die Länge der Wiederkäuperiode.

Präzision der Messung

Wie gut die Messwertauswertung des Pansensensors von SmaXtec die tatsächliche Wiederkäudauer abbildet, hat die öster­reichische Forschungseinrichtung in Raumberg-Gumpenstein untersucht: Die Mess­ergebnisse des Sensors zeigten eine hohe Übereinstimmung mit der beobachteten Wiederkäudauer. Somit ist der SmaXtec-Bolus nach eigenen Angaben derzeit das einzige System am Markt, welches das Wiederkäuen mit einer so hohen Präzision messen kann.

Datenversand ins Portal

Der Versand der Daten vom Bolus zu einer Auslesestation im Stall erfolgt über den Funkstandard LoRa (Long Range). Dieser Standard ermöglicht eine sehr strom­sparende Datenübertragung auch über weite Strecken zwischen Sensoren und Basisstation (Gateway). Somit muss die Kuh zum Auslesen der Daten nicht im Fress­gitter oder im Melkstand stehen, wie es bei anderen Brunsterkennungssystemen mit Ohrmarken, Halsbändern, Halftern oder Fußfesseln nötig ist.

Das Auslesegerät von SmaXtec empfängt die Daten aus den Boli bis zu einer Entfernung von rund 50 m. Optional bietet SmaXtec eine Station mit einer größeren, empfangsstärkeren Antenne an. Diese ermöglicht eine Strecke von bis zu 160 m.

In der Basisstation sind ein GSM-Modem und eine SIM-Karte eingebaut. Darüber wählt sich das Gerät in jedes verfügbare Mobilfunknetz ein und sendet die Daten in das Webportal von SmaXtec. Um das Auslesegerät in Betrieb zu nehmen, ist also nur eine Steckdose erforderlich.

Der Bolus ist mit einem internen Speicher ausgestattet, der die zu Datenpaketen aufbereiteten Messwerte der vergangenen sechs Tage zwischenspeichert. Es gehen also keine Messwerte verloren, selbst wenn die...


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