EuroTier 2021: Handfeste Neuheiten

Vom 9. bis 12. Februar findet die EuroTier statt, zum ersten Mal als rein digitale Messe. Die ersten bekannt gewordenen Neuheiten sind dagegen handfest.

300 m3/h mobil separieren

Börger präsentiert neben dem neuen Separator RC 25 für kleine Betriebe seine Separationsanlage mit hoher Leistung für den mobilen Einsatz. Ausgestattet mit zwei Separatoren vom Typ Bioselect RC 150 erreicht sie Durchsätze bis 300 m³/h.

Die beiden Separatoren werden jeweils von einer Börger Drehkolbenpumpe ohne Zwischenbehälter beschickt. Für eine optimale Auslastung misst die Steuerungstechnik die Auslastung der Pressschnecken-Separatoren und variiert die Zuführmenge. Der Trockensubstanzgehalt in der festen Phase kann über die Steuerungstechnik stufenlos zwischen 18 und 38 % ein­gestellt werden.

Den Strom für die Maschinen produziert ein 165 kW starkes Stromaggregat auf dem Anhanger, der vom Dülmener Fahrzeugbauer Stade gefertigt wird. Zum Reinigen zwischen den Einsätzen ist zusätzlich ein 1 000-l-Wassertank auf dem Anhänger aufgebaut.

boerger.com

Neues Managementsystem

­Für seinen im Juni 2020 neu vorgestellten Gemini-Melkroboter ­präsentiert Boumatic auf der EuroTier mit OneView ein neu gestaltetes, webbasiertes Managementsystem. Darüber kann der Milchviehhalter auch mit jedem mobilen Endgerät auf seine Roboter-, Viehbestands- und Tierdaten zugreifen. Grafische Darstellungen sowie vom System generierte Listen, z. B. mit einer Aufzählung der zum Melken zu holenden Kühe, sollen den Landwirt von Routine­aufgaben entlasten. Informationen zum Milchfluss, zur soma­tischen Zellzahl, Farbe und Leitfähigkeit der Milch werden ebenfalls grafisch dargestellt, so Boumatic.

Am Melkroboter selbst wurde das System zur Zitzenerkennung verbessert. Kleine Zitzen werden nun besser von der Kamera erkannt, so der Hersteller. Zusätzlich wurde für ein sicheres Ansetzen der Melkbecher die Bewegung des Roboterarms optimiert. Zudem kann künftig jeder Landwirt Software-Updates in Eigen­regie installieren. Bislang musste er dafür eine Werkstatt beauf­tragen.

boumatic.com

Neue Zubringer von BSA

BSA nimmt eine neue Kombination aus Dolly und Zubring-Tanker in sein Programm auf. Das Dolly-Fahrgestell BMT kann der Kunde wahlweise mit festem Drehschemel zum Tanker oder mit Sattelplatte ordern. Den Transport-Tank-Wagen TTW aus verzinktem Stahl gibt es in fünf Größen zwischen 20 und 28 m³ Inhalt. Er kann neben verschiedenen Ansaugvarianten auch mit einer Exzenterschneckenpumpe mit Hydraulikantrieb ausgerüstet werden.

bsa-de.com

Automatik für das Fressgitter

Mit der beweglichen, für Hochboxen und Bahnenware konstruierten RFM-Aufstallung aus Edelstahl, dem praktischen One-Way-Gate zum Absperren von Wegen für einen gesteuerten Kuhverkehr sowie dem sogenannten „Elektrischen Hebel“ zum Öffnen und Schließen des Fressgitters aus der Ferne hat ­Wilhelm Kristen drei Messeneuheiten im Köcher. Der „Elektrische Hebel“ ist eine rund 900 Euro teure und bei allen Fressgittern nachrüst­bare Steuerung, welche die Tiere nach Zeit oder per Knopfdruck aus dem Fress­gitter entlässt. Per Handy-App kann die mit WLAN kommunizierende Steuerung zudem so programmiert werden, dass sie zum Fangen von Tieren das Fressgitter auf Knopfdruck schließt.

w-kristen.com

Gea: Zurück zu den Wurzeln

Gea erneuert sein Herdenmanagement DairyPlan C21. Mehr noch: In Kombination mit der Echtzeitsoftware FarmView setzt der Melktechnikhersteller verstärkt auf digitale Lösungen für Milchvieh­betriebe. Herden sollen sich so einfacher führen, Entscheidungen leichter fällen und Daten besser sichern lassen, so Gea. Im Gegenzug beabsichtigt der Melktechnikhersteller den Ausstieg aus der Kooperation mit 365FarmNet. Hintergrund der veränderten Unternehmensstrategie ist die voranschreitende Automatisierung in der Milchviehhaltung. So werden laut Hersteller heute schon je nach Region 50 % der Kühe von einem automatischen Melksystem gemolken. Eine weitere Neuheit von Gea sind auf das Roboter­melken abgestimmte Milchsilos mit 10 000 bis 40 000 l Volumen.

gea.com

Pfiffige Lösungen

Holm und Laue bringt mehrere Neuheiten zur Messe mit. Vorne mit dabei: Ein Sensor zum Bestimmen und Einstellen des Trockensubstanzgehalts von Kälbermilch, wofür der Hersteller den EuroTier-Innovation Award in Silber erhält (profi 1/2019).

Weitere Neuheiten sind: ein gezogenes Milchtaxi mit 400 l Tankvolumen inklusive einer 9,7-kW-Heizung zum Pasteurisieren; der LED-Scheinwerfer SpotLight mit 750 Lumen für das Milchtaxi des Herstellers; ein Ammoniak-Messgerät für den Kälberstall und die CalfGuide-App mit Kälbergesundheits-Checkliste.

Vorgestellt wird auch die Milchkannenreinigung CanWash für den Melkstand. Die zum Auffangen von Kälbermilch verwendeten Milchkannen werden hiermit von der Melkanlage gereinigt. Dazu positioniert der Landwirt eine Kanne lediglich kopfüber auf den 89 Euro teuren Halter des Herstellers. Nach dem Umstecken von zwei Schläuchen erledigt den Rest die Anlagenreinigung.

holm-laue.de

Füttert jetzt zwei Kälber

Das paarweise Aufstallen von Kälbern verspricht eine höhere Futterverwertung und bessere Sozialisierung der Tiere. Damit beide Kälber eines Iglus gemeinsam saufen können, erweitert Förster-­Technik sein vollautoma­tisches Kälbertränkesystem CalfRail um die Variante Duo mit zwei Saugstellen.

Das unter einer Schiene hängende System fährt bis zu acht Mal am Tag die Boxen ab. Jedes Tier bekommt so mehrmals am Tag frisch zubereitete Milch, so dass Tränkemengen von 7 bis 10 l am Tag zum...


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