Drahtloser Datenaustausch: Langer Weg mit drahtloser Verbindung

Die Gutsverwaltung Güsdorf arbeitet mit einem drahtlosen Austausch von Saatkarten. Der Weg bis zur heutigen Grundkarte dauerte zehn Jahre, ganz am Ziel sind sie aber immer noch nicht.

Gut zu wissen

- Im östlichen Hügelland Schleswig Holsteins sind Relief und Boden­arten sehr wechselhaft.
- Die Gutsverwaltung Güsdorf stieg vor zehn Jahren in die Thematik der Saatkarten ein.
- Der drahtlose Versand der Saatkarten funktioniert — in ihrer Betriebskonstellation aber noch nicht perfekt.

Im östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins sieht Verwalter Arne Sörensen eine profitable Zukunft in variablen Saatkarten. Das Hügelland ist geprägt vom starken Relief und verschiedensten Bodenarten: „Auf einem Teil der 500 ha in unserer Betriebsgemeinschaft ackern wir auf streng­sten Minutenböden mit hohem Lehm­anteil. Andere Böden sind gut schüttfähig und haben damit komplett andere Anforderungen,“ beschreibt Sörensen.

Als Krönung berichtet er von stark wechselhaften Flächen, die von Gewässerläufen flankiert werden. Einige Felder wechseln von Sand zu Moor in strengsten Lehm. Durchschnittlich ackert die Plön-Land-GbR, ein Zusammenschluss aus der Gutsverwaltung Güsdorf und dem Theresienhof, auf 40 bis 60 Bodenpunkten.

Zurück zum Ursprung

Die Anfänge für die heutigen Saatkarten liegen zehn Jahre zurück, berichtet Verwalter Sörensen: „In der Saison drillen wir 24 Stunden, da ist es unmöglich, die Saatstärke dauerhaft manuell zu erhöhen oder zu reduzieren. Da wir teilweise mit Aushilfen arbeiten, war die manuelle Verstellung zudem eine Fehlerquelle.“ Zurückblickend hat jeder Fahrer mal vergessen, die Saatmenge wieder zurückzustellen, gibt Sörensen zu.

Aus diesen Gründen beschäftigte sich der Verwalter mit variablen Saatkarten. Zur Eingrenzung der feldbasierten Teilzonen zog er EM-38-Messungen als Grundlage heran. Bei diesem Verfahren wird die elektrische Leitfähigkeit des Bodens gemessen, woraus sich verschiedene Bodenzonen ableiten lassen.

Zum Erstellen der daraus resultierenden Saatkarten nutzt Sörensen seit Beginn die Offline-Software Agronet NG vom Hersteller Agrocom. Agrocom gehört heute zur Claas-Gruppe.

Im Laufe der Jahre stellte sich um dieses Programm herum folgender Arbeitsablauf ein: Im Winter erstellt Betriebsleiter Sörensen die Saatkarten am PC und überspielt diese kurz vor dem Saattermin auf das Terminal der Drillmaschine. Beim Säen passt die Sämaschine dann in den jeweiligen Teilflächen die Saatmenge per GPS an.

Über die Jahre hinweg stellte Sörensen aber fest, dass die Grenzen der Teilzonen nicht in jedem Jahr gleich sind. Folglich justierte er die Saatmenge in den Grenzbereichen weiterhin händisch nach.

Um diesen Abweichungen auf die Schliche zu kommen, wertet Sörensen nach jeder Saison die tatsächlichen Drillkarten aus. Hierfür überträgt er die Saatkarten nach der Aussaat wieder ins Büro. Bis vor zwei Jahren nutzte er den Weg per USB-Stick — der allerdings nie ganz reibungslos ablief, so Sörensen: „Verlorene Sticks und defekte Dateien sorgten mehrfach für Probleme. Trotzdem haben wir so im Laufe der Jahre ausgereifte Stammkarten erstellt, die unsere Flächen sehr realistisch abbilden.“

Neue Technik, neue Probleme

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