Gebrauchtteilehändler Teil 2: Händlerhotspot Süden

In dieser und in der Juli-Ausgabe stellen wir Ihnen insgesamt zehn Gebrauchtteilehändler vom Schwarzwald bis zur tschechischen Grenze vor.

Gut zu wissen

- Wir haben fünf Gebraucht­teile-händler in Süddeutschland besucht.
- Kunden finden hier Teile für die Marken Case IH, Deutz-Fahr, Fendt, John Deere, Mercedes-Benz und Schlüter.
- Neben Gebrauchtteilen gibt es bei einigen auch interessante Nachbauteile.
- Für eine zügige Bestellung und Abwicklung ist ein Foto des ­benötigten Teils immer hilfreich.

Vom Nordwesten Deutschlands in Teil 1 dieser Serie führt unsere Reise auf der Suche nach interessanten Gebrauchtteilehändlern in die zwei südlichen Bundesländer Baden-­Württemberg und Bayern. Neben Teilen für bestehende Marken wie Fendt, Deutz-Fahr und John Deere finden sich hier auch einige Händler für Teile ehemaliger Schlepper- und Maschinenhersteller wie Mercedes-Benz oder Schlüter.

Zwar werden nicht mehr überall Schlepper geschlachtet, doch bauen die Werkstätten ihre Lagerbestände durch Zukäufe sowie durch die Instandsetzung und den Nachbau von Ersatzteilen kontinuierlich aus.

Gebrauchtteilehändler im Süden Deutschlands

(Bildquelle: Redaktion profi)

1. Mercedes-Benz

Wolfgang Hipp Landtechnik

Kohlerhöfe 3

88605 Sauldorf-Rast

+49/75 78/92 11 40

info@hipp-landtechnik.de

hipp-landtechnik.de

2. Schlüter

Edwin Alber Land- und Forstmaschinen

Buffenhofen 6/1

88605 Meßkirch

+49/75 75/28 82

e.alber@t-online.de

[Link auf e.alber@t-online.de]

3. Deutz-Fahr

Frick und Aurbacher GmbH

Guggenberg 16

87724 Ottobeuren

+49/83 32/53 89

frick-aurbacher@t-online.de

frick-aurbacher.de

4. Case IH & Fendt

Martin Hartl

Röhrndlberg 2

94089 Neureichenau

+49/85 83/15 46

landmaschinen.hartl@gmx.de

traktorpool.de/mhartl

5. John Deere

Franz Meier

Schönburg 8

94060 Pocking

+49/85 31/48 33

info@meier-schoenburg.de

meier-schoenburg.com

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1. Wolfgang Hipp Landtechnik

Fokus auf Unimog und MB trac

Bereits vor 44 Jahren gründete Werner Hipp seine Landmaschinenwerkstatt und verkaufte den ersten, instandgesetzten Unimog. Seitdem wurde das Angebot an Dienstleistungen wie Reparaturen- und Instandsetzungen, Lohnarbeiten aber auch der Handel mit Gebrauchtmaschinen und Ersatzteilen stets ausgebaut. 2013 übernahm dann Sohn Wolfgang das Geschäft.

Läuft man heute über das etwa 1,4 ha große Gelände, so blickt man neben Unimog verschiedenster Generationen auf viele weitere Landmaschinen wie teils geschlachtete Quaderballenpressen und Grünlandgeräte von Claas oder Traktoren von CNH und weiterer Marken. Auch Lkw, Kommunalgeräte und Teile für den Forstschlepper WF trac gehören zum Repertoire von Hipp.

„Ob eine Maschine geschlachtet oder komplett verkauft wird, liegt zum einen am Allgemeinzustand, aber auch an den Kundennachfragen“, erzählt uns Wolfgang Hipp. Die Teile werden auf Anfrage oder über online-Plattformen wie ebay-Kleinanzeigen, traktorpool, technikbörse und mascus angeboten.

2. Edwin Alber Land- und Forstmaschinen

Schlüter-Teile und Restaurationen

Vielen Schlüterfahrern ist der Name Edwin Alber ein Begriff. Das in Meßkirch ansässige Unternehmen beschäftigt sich bereits seit 1984 mit den roten Bären aus Freising. Trotz der Produktionseinstellung 1993 blieb Alber der Marke treu und führte weiterhin Wartungen und Reparaturen durch. Mit steigender Popularität nahm der Anteil an Restaurationen stetig zu.

Um Ersatzteile für seine Arbeiten zu sichern, kaufte Alber im Laufe der Zeit etwa 12 bis 14 Ersatzteilbestände ehemaliger Schlüterhändler auf. „Ich bin kein guter Logistiker, bei denen würde sich das Lager verkleinern. Bei mir wird es jedoch immer größer“, scherzt Edwin Alber.

Mittlerweile besteht seine Kundschaft aus etwa 50 % Landwirten und 50 % Lieb­habern und Sammlern. Für beide Gruppen ist Alber eine gute Adresse. Neben Motorenteilen, Vorderachsen, Kabinen- oder Getriebeteilen hat der Schlüterfachmann auch alte sowie nachgebaute Karosserieteile für sämtliche Schlütermodelle im Angebot. Auch die Instandsetzung von Kabelbäumen und Sitzpolstern ist kein Problem. Für letzteres beschäftigt der Werkstattinhaber eigens eine Polsterin.

Sein Betriebsgelände hat Edwin Alber aktuell noch einmal erweitert. So will er zusammen mit seinem siebenköpfigen Team auch in Zukunft jedem Schlüterfahrer mit Rat und Tat zur Seite stehen ­können.

3. Frick & Aurbacher GmbH

Deutz-Fahr-Teilelager mit Ordnung und System

1993 gründete Klaus Frick eine Landmaschinenwerkstatt in Ottobeuren. 1999 stieg Christoph Aurbacher mit ins Geschäft ein. Zeitgleich begannen sie mit der Zerlegung und Verwertung von Deutz-Fahr-Traktoren. Bald wurde der Platz in der alten Werkstatt zu eng, weshalb Klaus Frick 2002 ein landwirtschaftliches Anwesen im Außenbereich kaufte. Hier stehen heute fünf Hallen, in denen die Unternehmer Teile von über

500 geschlachteten Deutz-Fahr-Schleppern lagern. „Unser Angebot reicht von der D-Serie bis hin zum Agrotron aus dem Baujahr 2010“, berichtet Christoph Aurbacher.

Zum Kundenstamm zählen vorwiegend weitere Deutz-Fahr-Werkstätten. Aber auch Privatanfragen werden gerne angenommen. „Am einfachsten ist es, sich direkt per Telefon bei uns zu melden. Gibt es verschiedene Ausführungen des gewünschten Teils, helfen uns dann noch ein paar Fotos und Maße“, erklärt Aurbacher den typischen Bestellvorgang. Mittlerweile ist auch Fricks Sohn Tobias im Betrieb tätig sowie vier weitere Mitarbeiter. Neben dem Ersatzteilgeschäft beschäftigt sich die Werkstatt mit sämt­lichen Reparaturen und Wartungen, der Instandsetzung und dem Verkauf von Gebrauchtmaschinen, dem Handel mit Neumaschinen aber auch mit der Überholung verschiedener Gebrauchtteile, wie beispielsweise Agrostar- oder DX-Getrieben.

4. Martin Hartl Schlepper — Landmaschinen

Teile für Case IH und Fendt

Auf den ersten Blick vermutet man bei Martin Hartl keinen Traktoren-Verwertungs­betrieb — er hat bereits zwischen 500 und 600 Traktoren zerlegt. Schlachtreife Schlepper finden sich auf dem Hof nämlich nicht. „Wenn ich einen Schlepper zum Schlachten ankaufe, wird er sofort zerlegt“, erklärt Hartl.

Er ist ständig auf der Suche nach passenden Schleppern, um den Teilebestand zu sichern. „Vor allem von den Fendt Vario-Modellen und Case CVX suche ich aktuell passende Schlachtschlepper“, erklärt Martin Hartl. Dabei kauft er auch Maschinen aus dem Ausland an.

In verschiedenen Gebäuden auf dem Hof sind die Teile eingelagert, sortiert nach Marken und Baugruppen. Vor allem Teile für die Fendt-Baureihen 200, 300, 500 und 600 sind bei Hartl zu bekommen, aber auch bereits für die Vario-Modelle der Serie 400 und 700, außerdem Teile für die XL-, CS- ,CX-, MX-, MXU- und Maxxum-Baureihen von Case IH. In den vergangenen Jahren wurde der Bestand komplett durchsortiert und bereinigt.

Bei Hartl steht das Telefon kaum still. „Ich verweise aller­dings fast immer auf die Anfrage per Mail mit einem entsprechenden Bild des benötigten Teils“, beschreibt der Teilehändler seine bevorzugte Anfrageform.

5. Meier-Schönburg

Hier geht’s um den Hirsch

Franz Meier betreibt in Schönburg (Niederbayern) eine Landmaschinenwerkstatt mit angegliederter Spenglerei — und einem Gebrauchtteilehandel. Meier konzentriert sich dabei voll auf Traktoren-Teile von John Deere. Vor allem Besitzer von Modellen der 40er und 50er Serie können hier fündig werden, aber auch der Bestand für die Baureihen 6000, 7000 und 8000 wird kontinuierlich ausgebaut.

„Interessante Schlepper werden ständig angekauft, insbesondere 6000er“, erklärt Franz Meier. „Brandschäden sind für mich aber tabu, da ich die Funktion der Bauteile vor dem Zerlegen nicht prüfen kann.“ Geschlachtet wird immer dann, wenn in der Werkstatt gerade weniger zu tun ist. „Wir zerlegen eine Maschine dann sofort komplett und lagern die brauchbaren Teile ein.“ Der Heuboden und die ehemaligen Ställe dienen als ordentliche Teilelager.

„Da der Kunde online Zugang zu den Original-Ersatzteilnummern von John Deere hat, ist mir eine Bestellung per Mail mit Fotos, Ersatzteilnummer und Markierungsnummer des Teils am liebsten“, hält Franz Meier fest. „Und ich nehme gerne das defekte Teil im Austausch zur Überholung zurück.“ Außerdem können bei Meier auch Original- sowie Nachbauteile geordert werden.

Eine Spezialität ist die Wasserpumpen-Überholung mit neuen Lagern und die Reparatur der PowrQuad-, AutoQuad- und der stufenlosen AutoPowr-Getriebe. Neben John Deere- kann hier auch Deutz-Besitzern geholfen werden: „Wir reparieren auch die stufenlosen Eccom-Getriebe.“ Aus ganz Deutschland werden diese angeliefert und von einem Spezialisten überholt.

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