Einsatzbericht der Strohfütterung von Konrad Pumpe und Meyer-Lohne: Spart Zeit, spart Stroh

Zum Füttern und Beschäftigen von Schweinen mit Raufutter entwickelte Konrad Pumpe die Raufutterdosierstation Uni-Dos. Wir verraten, wie die Strohfütterung funktioniert.

Gut zu wissen

- Zum Füttern und Beschäftigen von Schweinen mit Raufutter bieten Pumpe und Meyer-Lohne eine Raufutter-Fütterungsanlage an.
- Je nach Variante wird Raufutter wie mit einer Flüssigfütterung nach Zeit und Menge vorgelegt.
- Wer es einfach mag, erhält die Technik auch nur mit Volumen­dosierern.

Ob mit Luzerne, Heu oder Stroh: Das Beschäftigen und Füttern von Schweinen mit Raufutter ist ein Thema, das Tierhaltern zusehends Kopfzerbrechen bereitet. Abgesehen von den Problemen, die Stroh in Verbindung mit Gülle verursacht, befürchten betroffene Landwirte einen immensen Zeitaufwand fürs Verteilen des Raufutters.

Raufutter-Fütterungsanlage: Mechanisierung ist möglich

Doch das Verteilen lässt sich mechanisieren. Mehr noch: Mit der computergesteuerten Uni-Dos-Anlage gelingt sogar eine individuelle Dosierung nach Menge, Tiergröße und Zeit — so wie mit einer Flüssigfütterungs­anlage. Wer mag, kann sogar eine Raufutter-Futterkurve hinterlegen. Und bei einer Koppelung mit der Fütterungsanlage wird sogar beim Verkauf von Tieren automatisch die Zahl an Tieren je Bucht und damit auch die Raufuttermenge angepasst.

Die Technik

Beginnen wir beim Raufutter-Dosierbehälter. Die Maschinenbaufirma Konrad Pumpe aus Sendenhorst (Westfalen) bietet diesen in verschiedenen Größen und Ausbaustufen an. Neben dem Uni-Dos 45 mit einem von 2,5 auf 5,0 m³ erweiterbaren Edelstahlbehälter gibt es die Modelle 80 und 200 mit maximal 10 und 20 m³ Volumen.

In dem von uns besichtigten Schweinemastbetrieb waren drei Uni-Dos-Dosieranlagen mit 5,0 m³ im Einsatz. Jede Station versorgt zwischen 1 500 und knapp 2 000 Mastschweine in vier Stalleinheiten. Zum Einsatz kommen Quaderballen. Nach dem Entfernen der Bänder wird das Stroh mit der Leichtgutschaufel in den Behälter gekippt. Für einen reibungslosen Betrieb sollte das Stroh kürzer als 80 mm sein.

Unten im Behälter befindet sich ein rotierendes Schwert. Es wird von einem 2,2 kW starken Motor angetrieben — Ziel ist die gleichmäßige Beschickung der im Behälterboden eingelassenen Schnecke. Sie beschickt die Rohrkette, die das Stroh zu den Tieren im Stall transportiert. Für einen optimalen Füllgrad der Rohrkette reguliert ein Frequenzumrichter die Drehzahl der Zuführschnecke.

Eine Besonderheit ist die Stelle, an der das Raufutter auf die Rohrkette gegeben wird. Um Verstopfungen zu vermeiden, hat sich Pumpe mit dem „rotierenden Auswerfer“ eine besondere Technik einfallen lassen. Leider wollte man uns mit Verweis auf den Gebrauchsmusterschutz keine Details dazu verraten.

Übrigens: Die Anlage kann bis zu vier Rohrförderan­lagen beschicken. Entsprechend viele Stallungen kann eine Raufutterstation versorgen. Doch setzt die Physik der Technik Grenzen. So ist die Länge einer Rohrkette auf 400 m und maximal 16 Ecken begrenzt. Nebenbei: Lieferant der Rohrketten-Förderanlage mit 80-mm-Edelstahlrohren ist die Firma Witte-Lastrup.

Nach Volumen oder Gewicht

Die Dosierung erfolgt — in Abhängigkeit von der technischen Ausstattung der Anlage — wahlweise nach Volumen oder Gewicht. Die Dosierung nach Volumen ist technisch gesehen die einfachere Variante. Hier befüllt die Rohrkettenförderanlage vergleichbar mit einer Trockenfütterung zuerst einen etwa 12 l großen Volumendosierer aus Edelstahl. Sind alle Dosierer eines Abteils befüllt, öffnet die Anlagensteuerung alle Volumen­dosierer zentral. Damit erhalten alle Tiere gleichzeitig Stroh zum Knabbern. Wie oft die Dosierer binnen eines Tages befüllt und entleert werden, bestimmt der Landwirt über eine einfache Zeitsteuerung, die im Schaltschrank der Anlage integriert ist.

Besitzer einer solchen Anlage stellen die Technik übrigens gerne so ein, dass das Raufutter dann gegeben wird, wenn sie zur Tierkontrolle ohnehin im Stall sind. Wie Erfahrungen aus der Praxis zeigen, fallen nämlich kranke Tiere schnell ins Auge, da sich diese in der Regel weniger mit dem...


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