profi damals: Großpacken-Pressen im Aufwind

Der Markt für Großpackenpressen bleibt in Bewegung. Als neue Anbieter wollen sich Claas, Deutz-Fahr und Mengele ein Stück vom wachsenden Kuchen abschneiden. Über die einzelnen Pressen und ihre technischen Besonderheiten informiert Sie Heinz-Günter Gerighausen, Landwirtschaftskammer Rheinland, Bensberg.

Neue Packenpressen

Liebe Leser, hier präsentieren wir Ihnen Beiträge aus dem profi-Archiv. Dieses Mal ist der Markt der Packenpressen von 1990 dran. Damals waren Claas, Deutz-Fahr und Mengele neu im Geschäft. (Link am Beitragsende).

Die Strohbergung in Großpakken ist nicht neu. In den 70er Jahren wurden diese Pressen von Howard und Hesston "Big-Baler" genannt. Bei kleineren Ballenabmessungen und höheren Pressdichten, die eine bessere Auslastung der Transportkapazitäten ermöglichen, hat sich diese Technik gegenüber Rundballenpressen schnell auf dem Pressenmarkt etabliert.

Bis auf die Vicon-Kastenpresse HP 1600 arbeiten alle anderen Packenpressen nach dem Strangpressprinzip. Ein sehr breiter Pick-up, meist über 2 m, nimmt die Schwaden auf, und zwei seitliche Zuführschnecken bringen das Pressgut auf Kanalmaß. Dann wird das Stroß oder Heu vorverdichtet und schließlich in den Pressraum transportiert, wo ein Kolben mit bis zu 35 t Presskraft das Material zusammenpresst. Wenn nach diesem Verfahren hergestellte Ballen heute Pressdichten von über 170 kg/m3 erreichen, und das bei Stundenleistungen von teilweise über 20 t, dann wundern Maschinengewichte um 6 t nicht mehr.

Diese hohen Leistungen sind nur mit entsprechenden Schleppern möglich. Mit 80-110 kW ist man hier keineswegs übermotorisiert. Schon bei leicht hängigem Gelände sind die schweren Pressen nur mit Schleppern von etwa 100 bis 110 kW zu ziehen. Einfluss auf die erforderliche Schlepperkraft hat aber auch die Pressfläche des Ballens, die praktisch dem Kanalmaß der Presse entspricht. Je größer die Pressfläche, desto größer auch die notwendige Kraft, um einen Ballen hoch zu verdichten.

Sieben Hersteller bieten mittlerweile Großpackenpressen mit verschiedenen Ballenabmessungen und Funktionsweisen an. Claas hat seit 1989 die Quadrant 1200 im Einsatz. Hier, wie auch bei Deutz-Fahr, wird ein eher flaches Ballenformat mit 70 x 120 x 100 - 250 cm (Höhe x Breite x Länge) bevorzugt.

Der Pickup der Quadrant wird nicht über Stützräder, sondern über einstellbare Entlastungsfedern über den Boden geführt. Ein Unterraffer fördert den Materialstrom einem Oberraffer zu, der das Pressgut in drei Phasen vorverdichtet und dann in die Ballenkammer fördert. Ein auf Rollen gelagerter Presskolben formt mit 46 Hüben pro Minute Ballen, deren Dichte vom Schlepper aus kontrolliert und hydraulisch verstellt werden kann. Am Presskanal sorgen vier Hydraulikzylinder von drei Seiten - je einer rechts und links, zwei oben - für die geforderte Ballendichte.

Nur der Pick-up, die Querförderschnecken und der Unterraffer werden bei der Quadrant mit Ketten angetrieben. Sonst erfolgen die Antriebe über Schnecken- und Winkelgetriebe oder Gelenkwellen. Der Quadrant-Jahrgang '90 wurde weitgehend überarbeitet. Die wichtigsten Verbesserungen:

  • Unterraffer mit veränderter Kammform, Vielkeilprofil am Antriebsarm und verstärkter Lagerhaltung;
  • Oberraffer mit verstärktem Zinkenrohr, Lenker und Schwinge, 7-teiligem Raffer, engeren Schlitzen und...


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