Düngerausbringung: Streuen auf Raupen

Früh in den Bestand, schlagkräftig und ohne Schäden: Wir haben vier Betriebe besucht, die Dünger mit Raupentraktoren ausbringen.

Gut zu wissen

- Die Erfahrungen mit der Raupentechnik zur Düngerausbringung sind durchweg positiv.
- Das Einsatzfenster ist größer, es kann konform zur Düngeverordnung früher gestreut werden.

Früh auf die Flächen sichert den Ertrag

Wenn die erste Gabe nicht früh kommt, haben wir im Raps ein Problem,“ fasst Michael von Paepcke von der Hofverwaltung Tützpatz seine Auswertungen zusammen, die er mit einem Beratungsring durchgeführt hat. Er setzt auf eine Vollraupe, um zeitig im Jahr mit der Düngung loslegen zu können.

Erfahrungen mit der Technik hat der Betrieb: Seit 2006 sind Vollraupen-Schlepper im Einsatz, zunächst von Caterpillar, 2011 erfolgte der Wechsel zu John Deere. Der aktuelle 8RT 410 kommt auf etwa 1 000 Betriebsstun­den im Jahr. Einen Teil davon macht die Düngerausbringung auf dem 2 500-ha-Betrieb aus. Von Paepcke wirtschaftet auf fünf Standorten, die gut 45 km auseinander liegen und Bodenbedingungen von Sand bis Ton umfassen. „Neben der Befahrbarkeit ist das Umsetzen für uns ein großes Thema. Da hat die Raupe einen Vorteil gegenüber der Zwillingsbereifung“, so der Praktiker. Zwar können auch Traktoren mit Zwillingen auf die Straße, wenn ein Begleitfahrzeug dabei ist, die vielen Alleen machen das Ausweichen aber schwierig.

Auf dem Betrieb spielt Wind bei der Ausbringung eine große Rolle. „Wir streuen zu 90 % in der Nacht, nur dann lassen es die Windbedingungen zu,“ so Michael von Paepcke. Ausgebracht werden Dünger mit Ureasehemmern, die nach Erfahrungen des Betriebs schwierig zu streuen sind. Hier kommt Daniel Matthes ins Spiel, der mit dem Gespann aus Raupe und Streuer unterwegs ist. „Wir werfen öfter Schalen zur Kontrolle des Streubilds aus und haben zum Beispiel gelernt, das Streuwerk nicht zwischendurch zu waschen,“ beschreibt der Fahrer.

Eine Besonderheit auf den Betriebsflächen: Auf das Anlegen von Fahrgassen bei der Saat wird verzichtet. Die Dünge- und Pflanzenschutztechnik folgt stattdessen GPS-Spuren. Nach den Erfahrungen des Betriebs ist der Erosionsschutz auf den kupierten Flächen damit deutlich besser. Die Raupe schont bei der Überfahrt den Bestand in der Fahrgasse, er kann seine Schutzfunktion länger erfüllen. Am Vorgewende gehört mit der Vollraupe für Daniel Matthis sehr behutsames Lenken dazu: „Daran gewöhnt man sich und es kommt auch sehr auf die Bedingungen an. Ist es bereits trocken, gibt es kaum ein Problem.“

„Die trägt ganz anders“

Thomas Pompetzki empfängt uns in seiner Maschinenhalle in Grischow in Mecklenburg-Vorpommern. Unter Dach steht die 8RT Raupe mit angebautem Streuer. Diese Kombination feierte zur aktuellen Saison ihre Premiere im Einsatz. Ein Nachbarbetrieb...


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