Section-Control Universaldrillmaschinen: Fast so genau wie Opa

Das automatische Schalten von Teilbreiten am geraden und am schrägen Vorgewende - das war die Aufgabe unserer fünf Testkandidaten.

Gut zu wissen

- Für GPS-Teilbreitenschaltungen sind ein ISO-Bus-Terminal mit Taskcontroller sowie ein genauer GPS-Empfänger erforderlich.
- Die Software-Lizenzen für das Section-Control kosten zwischen rund 920 und 1 600 Euro ohne MwSt.
- Damit die Systeme am Vorgewende und in Keilen exakt schalten, ist sorgfältiges Kalibrieren der Schaltzeiten nötig. Diese sind abhängig vom TKG des Saatguts, der Aussaatmenge und der Fahrgeschwindigkeit.


Doppelt säen kostet Saatgut und schränkt den Standraum der Pflanzen ein — Lücken im Bestand lassen Raum für Unkräuter und bewirken Ertragsverluste. Die Drillmaschine am Vorgewende und in Keilen möglichst passend ein- und auszuschalten hat also deutliche Vorteile. Zur Sicherheit wird in der Praxis lieber doppelt gesät, als dass Fehlstellen bleiben. Je breiter dabei die eingesetzte Sämaschine, desto größer ist in den Keilen die zu viel gesäte Fläche.
Hinzu kommt, dass ein exaktes manuelles Schalten bei Universaldrillen wegen der Länge des gezogenen Gespanns schwierig ist. Der Fahrer braucht viel Erfahrung, um abschätzen zu können, wann die Säschare die Vorgewendelinie erreichen. Berücksichtigen muss er außerdem die Zeit, die das Saatgut von der Dosierung über die Schläuche bis zu den Scharen braucht.

Hierbei kann eine automatische Teilbreitenschaltung helfen, die mittels GPS erkennt, wann Teilbreiten (engl. section) der Maschine das Säen beginnen oder stoppen müssen. Wir testen fünf Universaldrillen mit 6 m Arbeitsbreite, die das können:

  • Amazone Cirrus 6003-2, zwei Teilbreiten,
  • Horsch Pronto 6 DC, sechzehn Teilbreiten,
  • Kverneland u-drill 6001, zwei Teilbreiten,
  • Lemken Compact-Solitair 9/600 KH mit vier Teilbreiten,
  • Väderstad Spirit 600S, zwei Teilbreiten.

Voraussetzung für die Funktion ist ein ISO-Bus-Terminal mit Task-Controller für das Section-Control. Dieser Controller dokumentiert, wo bereits gesät wurde und gibt die nötigen Schaltbefehle an den Jobrechner der Maschine weiter, der die Teilbreiten entsprechend schaltet. Und selbstverständlich wird ein GPS-Empfänger benötigt, der wie bei unserem Test im besten Fall RTK-korrigierte Positionssignale an den Taskcon­troller im Terminal liefert (Lemken nutzte das SF1-Signal von John Deere).

Fast alle setzen auf eigene ISO-Bus Terminals

Für die Bedienung ihrer 6 m breiten Universaldrillmaschinen hatten die Hersteller mit Ausnahme von Väderstad ihre eigenen ISO-Bus-Terminals mitgebracht:

  • Amazone das AmaTron 4 mit GPS-Switch Pro und AutoPoint-System (Lizenzgebühr 1 650 Euro),
  • Horsch das Touch 800 mit Section-Con­trol (Lizenzgebühr 1 060 Euro),
  • Kverneland das IsoMatch Tellus Pro mit Geocontrol (Lizenzgebühr 1 600 Euro),
  • Lemken das CCI 1200 mit der App CCI.Command (Lizenzgebühr 917 Euro), und
  • Väderstad nutzte für die Bedienung der Maschine ein Tablet mit e-Control und Verbindung zum Fendt Varioterminal mit Section-Control (Lizenz 1 130 Euro).

In den Einstellungen für das Sec­tion-Control stellt der Fahrer vorab den gewünschten Überlappungsgrad ein. Beim Säen empfiehlt sich eine Überlappung von einhundert Prozent. Das bedeutet, das Section-Control schaltet die Teilbreite ein, sobald das erste Säschar die Vorgewendelinie erreicht — und schaltet die Teilbreite aus, sobald das letzte Säschar die Vorgewendelinie erreicht.
Das allein reicht jedoch noch nicht für ein präzises Schalten zum richtigen Zeitpunkt. Denn die alles entscheidende Frage ist: Wie lange brauchen die Saatkörner für ihren Weg von der Dosiereinheit bis zu den Auslässen an den Säschläuchen? Die passenden Schalt-Vorlaufzeiten zu bestimmen, ist nicht ganz einfach, weil bei pneumatischen Sämaschinen die Flugzeit der Saatkörner von ihrer Form, ihrer Größe und ihrem Gewicht abhängt. Einen Einfluss hat auch die Gebläsedrehzahl.
Der bislang einzige Hersteller, der die Kalibrierung der Schaltzeiten...

Verwandte Beiträge

Die Satellitenortung ermöglicht Techniken wie Section Control. Drei Praktiker berichten über ihre Erfahrungen mit der automatischen Teilbreitenschaltung.

Die Ergebnisse unseres Section-Control-Vergleichstests mit fünf Universaldrillmaschinen im vergangenen Herbst gaben Anlass zur Diskussion. Mit Lemken vereinbarten wir einen Nachtest.

Aktuelle Meldungen

Lemken hält den Umsatz

vor von Julian Osthues

Das Familienunternehmen aus Alpen konnte sein Umsatzniveau 2019 bei 380 Mio. Euro halten. Der Exportanteil blieb bei 77 Prozent.

Aktuelle Meldungen

Praxisbetriebe gesucht

vor von Christian Bruese

Das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) sucht in Kooperation mit dem KTBL Praxisbetriebe für das Projekt „Weite-Reihe-Getreide mit blühender Untersaat“.

Im zweiten Teil unseres großen Vergleichstests geht es um die Dosierung, Verteilung und Einbettung des Saatgutes.

Die Redaktion empfiehlt

Praxistest 01.2020

Universell und komfortabel?

vor von Sönke Schulz, Gottfried Eikel

Acht Hersteller, viele verschiedene Konzepte und eine große Varianz an mäßigen bis sehr guten Details! Bei unserem wohl weltweit einmaligen Vergleichstest haben wir acht Universaldrillmaschinen...


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen