Stammtisch des Fortschritts: Bauern als Randgruppe

Dieter Maring, Claus Fahrer, Bernd Lohner, Albert Bauer kritisieren überzogene Vorschriften. Die Personen sind erfunden, die schwer umsetzbaren Randauflagen nicht.

Bauer: Langsam vergeht mir der Spaß an der Landwirtschaft. Neulich hat ein Prüfer vom Amt die Flächen an Gräben und Bächen kontrolliert. Es geht um die Randauflagen. An Gewässern dürfen wir manche Mittel nur noch mit fünf Meter Abstand einsetzen.

Lohner: Und wer an manchen Stellen nur vier Meter geschafft hat, weil der Bach einen heftigen Bogen schlägt, dem die Spritze nicht sauber folgen kann, hat ein Problem.

Bauer: So ist es. Ich habe eine Fläche mit Raps, auf der mir genau das passiert ist. Der Prüfer hat an mehreren Stellen jeweils drei Bodenproben genommen und ins Labor gegeben. Auf die Weise wurde nachgewiesen, dass ich an einer Stelle mit dem Herbizid den Abstand nicht eingehalten habe.

Fahrer: Was nun?

Bauer: Ich bekam eine Verwarnung und kann damit rechnen, dass die Drangsal im kommenden Frühjahr weitergeht. Wie ich es dann schaffen soll, dass nicht ein Düngerkorn die 5-Meter-Marke überschreitet, ist mir ein Rätsel. So machen die Randauflagen uns Bauern zur Randgruppe.

Lohner: Du bist ja nicht der Einzige, der dieses Problem hat. In meiner Kundschaft bekamen schon im Frühjahr etliche Landwirte die Gelbe Karte wegen nicht eingehaltener Abstände. Und das, obwohl wir Section-­Control mit RTK und eine Einzeldüsenschaltung auf der Spritze haben. Aufwändiger und genauer geht es nicht.

Maring: Was ist der Vorteil?

Lohner: Wir können ohne Überlappungen punktgenau spritzen.

Fahrer: Das ist eine riesige Arbeitserleichterung.

Bauer: Die Einzeldüsenschaltung bedeutet auch einen ­fetten Aufpreis. Mir reicht ein einfaches Section-Control, das die Teilbreiten schaltet. Über eine...

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Albert Bauer und Claus Fahrer wünschen sich den autonomen Mähdrescher. Bernd Lohner und Dieter Maring sind skeptisch. Die Personen sind erfunden, der personelle Engpass nicht.