Stammtisch des Fortschritts: Das falsche Pferd gesattelt

Albert Bauer und Claus Fahrer wünschen sich den autonomen Mähdrescher. Bernd Lohner und Dieter Maring sind skeptisch. Die Personen sind erfunden, der personelle Engpass nicht.

Lohner: Wie sich manche Landwirte die Arbeit im Lohnunternehmen vorstellen, geht auf keine Kuhhaut.

Maring: Was ist denn nun passiert?

Lohner: Einer unserer wirk­lichen Premiumkunden hat sich jetzt geoutet. Er ist ein cooler Rechner, ein Pflanzenbau­könner ersten Grades. Dank unserer Schlagkraft, RTK-Lenkung, Section-Control und unserer Präzision säen, düngen und spritzen wir bei ihm. Allein das ist ein Ritterschlag. Aber nun hat er mich wirklich sehr enttäuscht.

Bauer: Was hat er dir getan?

Lohner: Das Dreschen mochte er nicht an uns abgeben. Am vorigen Wochenende fiel sein Fahrer aus, und er meinte, dass ich ihm helfen könnte.

Bauer: Er kann doch fragen.

Fahrer: Das ist etwa so, als würdest du einen Bettler anpumpen. Wir sind gerade jetzt im Sommer extrem knapp mit Personal.

Maring: Es hat gute Gründe, weshalb wir uns aus diesem Geschäft heraushalten.

Bauer: Das Drama deutete sich doch an. Der Senior auf dem Betrieb hat die 70 hinter sich, und der ehemalige Mitarbeiter, der sonst gedroschen hat, ist auch nicht viel jünger. Jetzt liegt er mit einem Hörsturz im Krankenhaus und fällt für diese Ernte aus.

Lohner: Der gebeutelte Betriebsleiter bestand darauf, dass unser Werkstattmeister oder der neue Landmaschinenmechaniker-Azubi bei ihm einspringt. Die würden eh nur in der Werkstatt abhängen. Ich dachte, ich höre nicht richtig.

Bauer: Ich habe bei euch noch keine Müßiggänger angetroffen, ganz im Gegenteil.

Lohner: Meine Mitarbeiter in der Werkstatt dürfen jetzt in der heißen Saison gerne den ganzen Tag...


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