Test Lenksystem Topcon AES-35 mit AGS-2 und X35: Ein Premiumsystem zum Nachrüsten

Der Lenkradmotor AES-35 ist kleiner und stärker als sein Vorgänger. Der kompakte GNSS-Empfänger AGS-2 ist neu. Wir haben das Lenksystem zum Nachrüsten von Topcon getestet.

Gut zu wissen

- Der Lenkradmotor arbeitet ohne Geräusche und Vibrationen.
- Das Lenksystem kann optional auch automatisch Wenden.
- Die Konsole X35 ist ISO-Bus-fähig sowie für Section-Control und eine Mengensteuerung geeignet.
- Wer Schläge in Funklöchern hat, sollte den Überbrückungsdienst Skybridge buchen.

Inzwischen ist es mehr als zehn Jahre her, dass wir ein automatisches Lenksystem von Topcon in einem profi-Test unter die Lupe nahmen. So wurde es also Zeit, sich die aktuelle Version des Systems mit nachrüstbarem Lenkradmotor genauer anzusehen. Schon damals gefiel uns der besonders geräusch- und vibrationsarm arbeitende Lenkassistent (profi 5/2010).

Topcon: Leiser Lenkradmotor

Auch das Nachfolgemodell, der Lenkrad­motor AES-35, begeisterte uns jetzt im Test. Er dreht das Lenkrad ebenfalls lautlos und ohne Vibrationen - und das sehr schnell mit bis zu 150 U/min. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der Motor etwas stärker und flacher. Dennoch sind die Blinkerhebel nicht ganz so gut zu erreichen wie mit dem ­Originallenkrad. Gut gefiel uns, dass sich das nachgerüstete Lenkrad mit Motor in der Höhe verstellen lässt.

Über einen Wippschalter direkt am Motor schaltet der Fahrer den Lenkassistenten ein. Danach lässt sich das automatische Lenken am Terminal oder per Fußtaster aktivieren. Besonders die Aktivierung per Fußtaster fanden wir praktisch.

Kompakter Empfänger mit Lenkcontroller

Den GNSS-Empfänger AGS-2 mit integriertem Lenkcontroller befestigten wir mit einem Schnellwechselverschluss in der Mitte des Kabinendachs. So ist er einfach umsetzbar. Der Empfänger ist mit nur 5,3 cm Höhe und Kantenlängen von rund 13 mal 14 cm deutlich kleiner als das Vorgängermodell AGI-4 von Topcon und auch als die meisten Empfänger anderer Hersteller.

Der neue Zweifrequenz-Empfänger kann die Signale aller Satellitenpositionierungs­systeme weltweit verarbeiten. Somit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass immer eine ausreichende Anzahl Satelliten verfügbar ist. Wir haben während unseres Tests nahe der niederländischen Grenze sechs bis über zwanzig Satelliten empfangen.

RTK-Korrektur per Mobilfunk

Für die Korrektur der Satellitendaten nutzten wir den webbasierten RTK-Dienst AgCelNet von geo-konzept, der auf dem Dienst TopNetLive von Topcon basiert. Die Korrekturdaten empfängt das System über das Mobilfunkmodem CL-10 von Topcon. Das Modem empfängt nicht nur die RTK-Korrekturdaten, sondern es ermöglicht zudem einen Zugang von außen in die Bedienkonsole X35. So kann der Servicetechniker aus der Ferne Einstellungen anpassen und den Fahrer bei der Bedienung unterstützen. Dieser muss ihm vorher dafür eine Freigabe erteilen. Eine hilfreiche Möglichkeit.

SkyBridge überbrückt RTK-Verlust

geo-konzept, der deutsche Vertriebspartner von Topcon, hatte das Modem mit einer Multi-­SIM-Karte ausgestattet. Diese wählt sich automatisch in das stärkste verfügbare Mobilfunknetz ein. Der Netzwechsel funktionierte, aber dauerte recht lange. Das kann z. B. beim Güllefahren stören.

Doch selbst mit Multi-SIM-Karte und automatischem Netzwechsel kann es passieren, dass auf Schlägen in Funklöchern der Kontakt zum Mobilfunknetz abreißt. Das RTK-Sig­nal steht dann nicht mehr zur Verfügung. Damit in einer solchen Situation das automatische Lenken trotzdem weiterhin mit hoher Genauigkeit möglich ist, gibt es optional den Überbrückungsdienst Skybridge. Die Lizenz kostet 540 Euro pro Jahr (alle Preise ohne Mehrwertsteuer).

Wir hatten diesen Dienst aktiviert und konnten so durchgängig mit hoher Genauigkeit arbeiten. Ein Umschalten auf den SkyBridge-Modus zeigte das X35 mit einer Warnmeldung an. Ansonsten spürten wir bei der Arbeit davon nichts. Der Case IH...


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