John Deere 7R 350 AutoPowr: Starker Motor, große Hütte, aber…

…kleine Lenkzylinder. Die hohe Leistung und die riesige Kabine des neuen Topmodells 7R 350 (257 kW/350 PS Nennleistung) machen richtig was her. Und das Unterflurgewicht auch.

Gut zu wissen

- Im Stand leistet der 7R 350 an der Zapfwelle nicht mehr, als ein 7R 310. Ab 0,5 km/h stehen die vollen 350 PS aber zur Verfügung.
- Der Dieselverbrauch ist auch mit dem stufenlosen Getriebe bei Zugarbeiten niedrig. Die CommandPRO-Bedienung ist spitze.
- Bei 50 km/h ist die Nutzlast mit 3,6 t (zu) knapp. Bei 40 km/h sind es zwei Tonnen mehr.

Beim neuen 7R fällt als erstes das eckige Design von Kabine, Spiegeln und Kotflügeln ins Auge. Unter der Haube ist es zwar beim John Deere-Sechszylinder PowerTech mit 9 l Hubraum geblieben. Dank variablem Turbolader hat sich aber nicht nur die Schreibweise der Typenbezeichnung geändert, sondern auch die Zahlen: 7R 350. Im Vergleich zum „alten“ Topmodell 7310R hat John Deere damit 40 PS oben drauf gepackt.

John Deere 7R: 385 PS — aber nicht im Stand

Wir haben den Testkandidaten zunächst auf den Zapfwellen-Prüfstand des DLG Testzentrums gestellt. Bei Nenndrehzahl blieb der Zeiger hier schon bei 198,1 kW Zapfwellenleistung stehen, maximal waren es lediglich 221,5 kW bei 1 700 Touren. Vergleicht man das mit den Werksangaben für den Motor von 257 kW Nenn- und sogar 283 kW Maximalleistung, wird man stutzig.

Der Grund: Im Stand begrenzt John Deere die Zapfwellenleistung der neuen Topmodelle 7R 330 und 7R 350 auf die Werte des 7R 310. Die Zapfwellenkupplung sei nicht für höhere Dauerbelastungen ausgelegt, so der Hersteller. Für Sie in der Praxis ist diese Info relevant, wenn Sie einen Holzhacker, eine Mühle oder Ähnliches im Stand per Zapfwelle betreiben wollen. Sobald der Traktor über 0,5 km/h fährt, gibt die Software die volle Leistung frei.

Auf dem Zapfwellenprüfstand hat John Deere das für uns per Laptop simuliert: Schon kamen 223,5 kW bei Nenndrehzahl sowie maximal 249,8 kW hinten am Stummel an. Wenn das auch keine Rekordwerte sind, so passen sie doch sehr viel besser zu den Leistungsangaben im Prospekt.

Hinzu kommt noch ein Boost, der bei Zapfwellenarbeiten (über 0,5 km/h) oder beim Transport über 23 km/h aktiv wird. Bei Nenndrehzahl steigt die Leistung damit noch einmal um gut 15 kW. Die Maximalleistung erhöht sich aber lediglich um gut 2 kW.

Laut John Deere soll die Boost-Leistung im oberen Drehzahlbereich die Beschleunigung verbessern. Gerade beim Stufenlosen will man die hohen Drehzahlen aber eher vermeiden. Und da auch die 1000er Zapfwelle schon bei 1960 min-1 erreicht wird, sind hier gerade mal 8 kW Boost nutzbar.

Was macht der Verbrauch?

Mit 228 g/kWh bei Nenndrehzahl sowie sogar nur 223 g/kWh bei maximaler Leistung ist der 7R nicht nur ein gutes Stück sparsamer als sein Vorgänger. Er spielt auch im Vergleich zum Wettbewerb ganz vorne mit; zumal beim 7R trotz Abgasstufe V nur ca. 15 g/kWh AdBlue dazukommen.

Genauso gut sieht es beim Powermix aus: Auf der Straße rollt der 7R mit 55,7 km/h auf der Anzeige bei 1 620 min-1 daher und ist mit 399 g/kWh 25 % sparsamer als der 7290R aus unserem letzten Test. Und auf dem Acker bewegt sich der 7R 350 mit 252 g/kWh (+ 12 g/kWh AdBlue) fast 9 % unter dem Durchschnittsverbrauch aller ­bisher getesteten Traktoren — sehr gut.

Selbst bei den Zyklen mit schwerer Zug­arbeit macht das AutoPowr-Getriebe eine ziemlich gute Figur — da vermisst man das e23-Schaltgetriebe nicht. Schließlich werden die Verbräuche bei den gemischten Arbeiten noch geringer, und der Komfort ist beim...


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