Schleppertest

Claas Axion 960 Cebis: Mehr als einen Touch mehr

Auf der Agritechnica hat er mit seinem TerraTrac-Bandlaufwerk Furore gemacht. Wir haben ihn mit Rädern im Test gehabt und verraten Ihnen, was es — außerdem neuen Cebis Touch — Interessantes zu entdecken gibt: Der Axion 960 Cebis mit 323 kW/440 PS Nennleistung ist das Flaggschiff der Claas Standardtraktoren.

(Bildquelle: Tovornik, Wilmer)

Gut zu wissen

- Der Axion 960 hat 440 — und zwar nicht mit Boost, sondern immer.
- Die Leistungswerte sind gut, der Dieselverbrauch okay und das stufenlose Getriebe leicht zu bedienen.
- Hubkraft und Hydraulikleistung passen auch, die Kabine könnte aber leiser sein.
- Die GPS-Lenkung braucht ein extra Terminal.
Als „Dampf-Hammer“ haben wir den Axion 950 im Schleppertest beschrieben (profi 8/2013), war er doch seinerzeit mit 306 kW/416 PS „der stärkste Standardschlepper der Welt“. Da sind andere zwar mittlerweile vorbeigezogen, trotzdem zählt der neue Axion 960 mit seinen 327 kW/445 PS Maximalleistung zu den Top 3 in dieser Liga. Aber alles der Reihe nach…
Unter der saaten-grünen Motorhaube steckt nach wie vor der FPT-Sechszylinder Cursor 9 mit seinen 8,7 l Hubraum und einer nach wie vor beeindruckenden Laufkultur. Heute erfüllt das Aggregat die Abgasstufe IV mit SCR- und Dieseloxydationskatalysator, ein Partikelfilter für die Abgasstufe V braucht Claas derzeit noch nicht.
Trotzdem ist der Dieseltank wegen der Abgastechnik schon mal von 700 auf 640 l geschrumpft. Gefallen hat uns dafür, dass der Stutzen des 62 l großen AdBlue-Tanks nicht mehr so schräg steht. Und auch die Erreichbarkeit des Stutzens vom Dieseltank in fast zwei Metern Höhe ist vom Aufstieg aus okay.
Stichwort Diesel: Natürlich haben wir den Axion 960 beim DLG-Testzentrum in Groß-Umstadt messen lassen. Die Powermix-Ergebnisse waren zum Redaktionsschluss leider noch nicht verfügbar, aber alle anderen Messwerte geben schon einen ziemlich guten Überblick. Das fängt an bei den Leistungswerten an der Zapfwellenbremse: 290,7 kW bei der Nenndrehzahl von 2 000 U/min sowie 293,3 kW Maximalleistung bei 1 800 Touren können sich sehen lassen.
Keine sonderlich große Überleistung zu haben ist bei Ausstattung mit einem stufenlosen Getriebe aber kein Problem. Das gilt genauso für den eher bescheidenen Drehmomentanstieg von 25 % bei 30 % Dreh­zahlabfall. Dafür ist das maximale Dreh­moment bei 1 400 Touren mit 1 737 Nm umso gewaltiger!
Und der Verbrauch? 226 g/kWh bei Nenndrehzahl (+25,8 g/kWh AdBlue) bzw. 232 g/kWh bei Maximalleistung (+23,6 g/kWh AdBlue) sind keine Rekordwerte in dieser Liga, aber okay. Das gilt auch für den spezifischen Verbrauch bei Zugarbeiten: 264 g/kWh sind allerdings ebenfalls rund 10 % mehr, als die beiden besten Wettbewerber hier verbrauchen.
Umso gespannter sind wir auf die Ergebnisse der Powermix-Messungen. Diese werden wir Ihnen natürlich sobald wie möglich nachreichen.
Damit wären wir auch schon bei dem Getriebe des Axion 900, den es nur „stufenlos“ gibt. Die leistungsverzweigte Getriebebox Terramatic 45 bezieht Claas von ZF. Sie hat vier automatisch wechselnde Fahrbereiche, davon bekommt man als Fahrer allerdings nichts mit.
Dafür hat man drei einstellbare Geschwindigkeitsbereiche (die nichts an der Über­setzung ändern) aber elektronisch die Geschwindigkeit auf maximal 20, 30 und
50 km/h (oder weniger) begrenzen. Das erleichtert das feinfühlige Rangieren mit dem (Fahr-)Pedal. Außerdem kann man für jeden Bereich eine Tempomatgeschwindigkeit speichern. Umso besser, dass man die Bereiche jetzt auch einfach mit den programmierbaren F-Tasten auf dem Fahrhebel wechseln kann.
Der Wendehebel links unterm Lenkrad hat eine praktische Parkposition, die auch die Anhängerbremse ansteuert — schön! Auch rechts auf dem Cmotion-Fahrhebel kann man die Fahrtrichtung wechseln. Dazu muss gemäß TratorMotherRegulation allerdings nicht nur der Knopf gedrückt, sondern jedes Mal auch der Hebel kurz in die gewünschte Fahrtrichtung bewegt werden. Hier wird laut Claas schon an einer anderen Lösung ­gearbeitet. Perfekt wäre, wenn dann auch der Wendehebel links nicht immer in Mittel­stellung gestellt werden müsste.
Dicke Pluspunkte gibt es für die Einstellmöglichkeiten von Fahrpedal und Fahrhebel. So kann man nicht nur beides problemlos im Wechsel nutzen, sondern auch wählen, ob der Tempomat übersteuert oder deaktiviert werden soll. Und wenn man den Hebel nach vorne schiebt, während man den Fuß vom Pedal nimmt, wird die Übersetzung eingefroren.
Apropos Übersetzung: In Sachen Zapfwelle bietet der Axion maximal zwei Drehzahlen. Beim Kauf kann man wählen zwischen 540E/1 000 oder 1 000/1 000E. Dafür ist der Stummel aber einfach trocken wechselbar und der Zapfwellen-Modus des Getriebes wird aktiv, wenn man den Drehzahl­speicher aktiviert. Außerdem kann man jetzt ganz einfach auch zwei Hubhöhen für die Vorgewende-Schaltautomatik einstellen.
Damit wären wir schon bei Hydraulik und Hubwerk. Heute ist die Axialkolbenpumpe mit 220 l/min Förderleistung Serie (optional 150 l/min). Hinten an den Anschlüssen gemessen hat das DLG Testzentrum maximal 207,6 l/min, das ist okay. Beim gemessenen maximalen Druck von nur 180 bar wäre allerdings noch Luft nach oben, zumal Claas 205 bar angibt. Trotzdem ist die maximale Hydraulikleistung mit 51,2 kW genauso in Ordnung, wie die entnehmbare Ölmenge von 80 l.
Was die Steuerventile angeht, kann man maximal 6 (+ 2 vorne) Ventile plus die Load­sensing-Anschlüsse bekommen — das reicht! Und die Kupplungen mit Entlastungshebeln sind genauso super, wie die Möglichkeit, die Ventile selbst bei aktivierter Zeitsteuerung noch proportional bedienen zu können. Zudem kann man jetzt auch ein Ventil mit Zeitsteuerung auf eine F-Taste legen. Nicht gefallen hat uns allerdings die Symbolik z. B. für das Schloss: Statt zwischen geschlossenem und offenem Schloss zu wechseln wird die Hintergrundfarbe geändert.
Mit mehr als 8 650 daN durchgehender Hubkraft hebt der Axion alles. Dass allerdings alle Hubwerkseinstellungen noch „nach alter Väter Sitte“ mit Drehknöpfen hinten im B-Holm eingestellt werden müssen,...

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