Betonbehälter sanieren: Poolbeschichtung für Gülle- und Gärrestbehälter

Durch Betonkorrosion entstehen feine Haarrisse in Gülle- und Gärrestbehältern. Eine Sprühbeschichtung aus Polyurea schützt davor. Wir haben die Sanierung eines Behälters begleitet.

Gut zu wissen

- Die Polyurea-basierte Beschichtung ist säure- und laugenbeständig, abriebfest und elastisch.
- Die Verwendung des beschichteten Vlies ermöglicht eine Leckageerkennung.
- Der Beschichter muss sein Handwerk verstehen.
- Nur die Behälterreinigung kann in Eigenleistung erfolgen.

An Gülle- und Gärrestbehältern aus Beton nagt der Zahn der Zeit. Vor allem der im Biogas enthaltene Schwefel beschleunigt die Korrosion, wenn das Gas kondensiert und dabei schwefelige Säure entsteht. Sie greift aufgrund ihres niedrigen pH-Wertes den Beton an. Die Abtragungsraten sind mit 0,5 bis 10 mm pro Jahr immens hoch. Entsprechend mitgenommen sieht so ein Betonbehälter nach einigen Jahren aus. Von dem Betonfraß betroffen ist vornehmlich die Mauerkrone, an der das aggressive Kon­densat herunterläuft.

Verschiedene Firmen bieten die Sanierung von Betonbehältern an. Selten dagegen sind ein Abriss und ein Neubau des Behälters erforderlich. Wichtig ist, dass die Statik intakt ist, und dass die Sanierung von einem Fachbetrieb durchgeführt wird.

Auf die Firma VA-Coating wurden wir aufmerksam, weil sie 2019 auf dem Biogas-Innovationskongress in Osnabrück ein neuartiges Verfahren zur Behälterinnenbeschichtung vorgestellte. Hierbei klebte und dübelte die ausführende Firma MB-Coating 40 bis 100 mm starke Styrodur-Dämmplatten auf die Behälterwand und versiegelte die Stoßstellen. Abschließend wurde das Beschichtungssystem VA-C S30 aufge­tragen, das auf Polyurea basiert. Im Vergleich zu einer Behältersanierung mit Haftverbundmörtel ist das Verfahren weniger zeitaufwändig.

Behältersanierung: Elastische Sprühschicht

Die Polyurea-basierte Beschichtung mit dem Produktnamen VA-C S30 ist ein Zweikomponenten-Flüssigkunststoff, der frei von Lösungsmitteln ist und keine flüchtigen organischen Verbindungen enthält. Das Produkt ist nach Angabe des Anbieters osmose­sicher, flüssigkeitsdicht und hydrolysefest sowie weitestgehend beständig gegen aggressive Medien. Außerdem ist es abriebfest und als brandhemmend klassifiziert. Es eignet sich daher für die Beschichtung von Behältern und Pipelines verschiedenster Art sowie auch für Swimmingpools.

Laut VA-Coating verfügt die Sprühbeschichtung VA-C S30 über eine hohe Oberflächenfestigkeit. Gleichzeitig ist sie sehr dehn­fähig. Bei Wärme dehnt sie sich aus, und bei Abkühlung schrumpft sie wieder zusammen. Dadurch soll sie bis zu 0,5 mm breite Haarrisse im Beton überbrücken können. Der Einsatz auf Mauerwerk, Beton oder Stahl ist ebenso möglich wie auf Kunststoff.

Das Auftragen der etwa 2 mm dicken Beschichtung erfolgt maschinell mit einer Zweikomponenten-Mischanlage. Sobald der Härter in der Sprühpistole im richtigen Verhältnis dazu dosiert ist und das Polyurea auf den zu beschichtenden Untergrund trifft, härtet es innerhalb von nur zehn Sekunden aus. Die Beschichtung ist schon am nächsten Tag begehbar.

Diese kurze Verarbeitungszeit ist gut, weil der Behälter so innerhalb kurzer Zeit wieder befüllt werden kann. Allerdings ist die Verarbeitung wetterabhängig. Denn die Polyurea-Beschichtung darf nicht bei zu hoher Luftfeuchtigkeit oder an kalten Tagen aufgetragen werden, an denen es zur Tau­bildung kommen könnte. Der Untergrund muss trocken sein, weil die Beschichtung bei Feuchtigkeit nicht auf dem Untergrund haftet. Deshalb hat...


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